Für einen souveränen Umgang mit demokratiefeindlichem Populismus in der Öffentlichkeit


 


Über das Projekt

Das Progressive Zentrum erarbeitete für „Countering Populism in public space“ gemeinsam mit VertreterInnen von Nichtregierungsorganisationen und jungen Medienschaffenden konkrete Handreichungen für den souveränen und bewussten Umgang mit demokratiefeindlichem Populismus in der Öffentlichkeit. Die Ergebnisse der zwei „Wegweiser-Werkstätten zur Förderung einer demokratischen Debattenkultur“ wurden aufbereitet und sind nun in Form einer Handreichung, einer Erfahrungssammlung sowie multimedialer Angebote für die Öffentlichkeit verfügbar. Gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) erhielt das Projekt inhaltliche Unterstützung durch die Hauptpartnerinnen Amadeu Antonio Stiftung und Neue deutsche Medienmacher.

 

Erfahrungen und Expertise in praktische Handreichungen überführen

Einerseits stehen zivilgesellschaftliche Organisationen in dieser Zeit vor der Herausforderung, eine tolerante Streitkultur zu pflegen und den sachlichen und freien Meinungsaustausch zu fördern, ohne dabei jedoch demokratiefeindliche Bewegungen zu stärken. Andererseits müssen Medienschaffende für sich in ihrer Arbeit einen Weg finden, bewusst und souverän mit populistischen AkteurInnen oder gar demokratiefeindlichen Meinungen umzugehen.

Wie ist es beispielsweise zu bewerten, wenn JournalistInnen demonstrieren gehen?

 

 

Tipps für einen souveränen Umgang mit Populismus in der Öffentlichkeit

 

Wann ist es sinnvoll, mit PopulistInnen zu debattieren?

 

Wie sieht ein kritisches und ausgeglichenes Diskussionspanel aus?

 

Welches Veranstaltungsformat ist inklusiv und konstruktiv?

Wer bestimmt die inhaltliche Agenda in Deutschland?

 

Behandeln JournalistInnen PopulistInnen anders?

 

Ist „etwas Populismus“ nicht sogar gut für die journalistische Arbeit?

 

Wie reagieren, wenn das Gegenüber etwas menschenverachtenes sagt?

Beide Gruppen, die regelmäßig mit bisweilen radikalen Kommunikationsstrategien und manipulativer Rhetorik konfrontiert werden, will Das Progressive Zentrum unter besonderer Berücksichtigung junger Erwachsener besser vernetzen und sensibilisieren. Damit in Zukunft öffentliche Debatten wieder auf einer sachlichen Ebene und in einer erkenntnisbringenden Art und Weise geführt werden können, tragen wir Erfahrungen und positive Fallbeispiele für einen bewussten Umgang mit demokratiefeindlichem Populismus in der Öffentlichkeit zusammen.

 

Anregungen aus dem Projekt

Die Projektergebnisse können auch spielerisch erfahrbar werden. In einem interaktiven Quiz fordert das Projektteam Engagierte und Medienschaffende teils augenzwinkernd heraus:

 

 

 


Meinungsbeiträge

Im Rahmen von Meinungsbeiträgen geben hier AutorInnen ihre persönlichen Antworten auf Fragen, die ihm Rahmen der Workshops von Countering Populism aufgekommen sind.

David Nonhoff – Warum ich im Kampf gegen Rechts mit Fakten scheiterte

Er startete die Kampagne „Informationen für Deutschland“, um Rechtspopulisten mit Fakten umzustimmen – und scheiterte. Heute weiß er warum und kennt den Schlüssel, um sie von einer Protestwahl abzubringen.

 

Yvonne Everhartz – Diskutiert das Geschlecht mit?

Sie ist Referentin für Genderfragen beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und fordert eine „klare Kante“ für Gleichberechtigung und gegen Deligitimierungsversuche von RechtspopulistInnen oder Konservativen.

 

Eric Wallis – Gehört Framing auf die Lehrpläne der Schulen?

Als „Wortgucker“ bloggt, lehrt und schreibt er über die Wirkung von Sprache in Politik und Werbung. Eric liefert Gründe, warum Framing auf den Lehrplan gehört.

 

Jana Faus – Streiten ohne Schaum vorm Mund

Sie engagiert sich bei der Initiative „Artikel 1“ für Demokratie und Menschenwürde. Hier präsentiert sie uns acht Vorschläge für eine gelingende Podiumsdiskussion.

 

Jan Schipmann – Kommentarspalten lieben lernen

Er ist Journalist und arbeitet für einen zeitgemäßen Journalismus in sozialen Medien. Trotz hate speech und alternativer Fakten ist er der Meinung, dass durch eine sorgfältige Moderation von Kommentarspalten, der Diskurs gefördert wird.

 

 


Hintergrund

Projektverlauf

Das Progressive Zentrum brachte AkteurInnen aus dem Mediensektor und der Zivilgesellschaft im Rahmen von zwei Wegweiser-Werkstätten zusammen und bot so einen Rahmen der ko-kreativen Zusammenarbeit und des konstruktiven Erfahrungsaustauschs.

Während in der ersten Werkstatt VertreterInnen von gesellschaftsrelevanten Jugendverbänden, religiösen Gemeinden, gesellschaftspolitischen Initiativen, Stiftungen, öffentlichen Einrichtungen und Gewerkschaften zusammenkamen, arbeiteten in der zweiten Werkstatt Medienschaffende aus der journalistischen sowie BloggerInnen- und Social-Media-Szene zusammen. Dabei konnten konkrete Schlussfolgerungen aus ihren bereits erworbenen Erfahrungen im Umgang mit demokratiefeindlichen PopulistInnen gezogen werden.

 

Leitfragen der Wegweiser-Werkstätten

In den Werkstätten wurden denkbare Problemstellungen und Herausforderungen identifiziert und in einen Zusammenhang gesetzt. Dies geschah entlang von Fragen, die sich zum Beispiel zivilgesellschaftliche Organisationen stellen:

  • Zu welchen Anlässen und mit welcher (öffentlich kommunizierbaren) Begründung soll (nicht) mit PopulistInnen debattiert werden?
  • Welche Veranstaltungsformate bieten sich für eine verantwortungsbewusste Auseinandersetzung mit PopulistInnen an? Welche nicht?
  • Welche Vorbereitungen sind für eine souveräne Moderation der Veranstaltung notwendig (Format, begrenzte Redezeiten, Publikumseinbindung, Themenwahl, Umgang bei Störungen der Veranstaltung …)?

Im Anschluss erarbeiteten die Werkstätten-Teilnehmenden konkrete Tipps mit Entscheidungsbegründungen. Zielsetzung war es, basierend auf dem diversen und weitreichenden Erfahrungsschatz der Teilnehmenden konkrete und greifbare “Best Practices” zu sammeln, die anschließend als Erfahrungssammlung der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

 


 


 

Weitere Projekte zum Thema Populismus

„Countering Populism in public space“ reiht sich dabei als weiterer Baustein in die Auseinandersetzung von Das Progressive Zentrum mit dem Thema „Populismus“ ein. So hat sich das Forschungs-Projekt „Mediating Populism“ im Frühjahr 2018 mit der Rolle traditioneller Medien in der Legitimierung und Diskreditierung populistischer Parteien in Deutschland und Großbritannien auseinandergesetzt.

Weiterhin wurde im Rahmen eines vergleichenden Policy Briefs mit den Partnern von Terra Nova (Paris) und Volta (Mailand) der Status populistischer Parteien in Frankreich, Deutschland und Italien analysiert. Das „Dialogue on Europe“ Thinking Lab zu Populismus führt hierzu gleich sechs nationale Perspektiven aus Griechenland, Italien, Spanien, Portugal, Frankreich und Deutschland zusammen. Im Rahmen des Factchecking-Projekts „TruLies“ sowie des Policy Briefs zum Umgang mit Populisten im Deutschen Bundestag (u.a. in der Zeit, der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau diskutiert) hat das Progressive Zentrum zudem einen besonderen Fokus auf die Situation in Deutschland gesetzt.

 

Stimmen der Werkstätten-TeilnehmerInnen

 


 

 


Gefördert durch

 

 

im Rahmen des Bundesprogramm

 

in Kooperation mit