The Art of Democracy: Wie wir die Kunst schützen und die Demokratie stärken

Das war die Abschlusskonferenz 2022!

Immer häufiger werden Künstler:innen in ihrer Praxis von rechtsextremen und antidemokratischen Kräften unter Druck gesetzt, eingeschüchtert und attackiert. Darin besteht nicht nur ein Angriff auf die Freiheit der Kunst, sondern auch auf ihre demokratiefördernde Kraft. Was müssen Politik, Kultursektor und Gesellschaft leisten, um die Freiheit der Kunst zu sichern?

Diese und weitere Fragen diskutierten wir auf der „The Art of Democracy“ Konferenz in drei Themenforen und auf dem Abschlusspanel, u.a. mit Claudia Roth, Julia Wissert und Franz Knoppe (Konferenzprogramm siehe unten).

Claudia Roth ist Staatsministerin und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Kabinett Scholz. Sie studierte Theaterwissenschaften an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und arbeitete als Damaturgin an den Städtischen Bühnen in Dortmund, bevor sie Managerin der Band „Ton Steine Scherben“ wurde. 1985 wechselte sie als Pressesprecherin der ersten grünen Fraktion im Bundestag in die Politik und wurde vier Jahre später ins Europäische Parlament gewählt. Für über zehn Jahre war Claudia Roth Parteivorsitzende von Bündnis90/Die Grünen und besetzte von 2013-2021 das Amt der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags. 

Julia Wissert ist Intendantin des Schauspiels am Theater Dortmund. Ihr Bachelorstudium der Media Arts und Drama absolvierte sie in London und assistierte am Theater Freiburg, Theater Basel und am Staatstheater in Oldenburg. 2011 absolvierte Julia Wissert ein Regiestudium am Mozarteum Salzburg und arbeitet seit 2015 als freie Regisseurin. Sie inszeniert neben vielen anderen Häusern am Nationaltheater Brno, am Maxim Gorki Theater und am Schauspielhaus Bochum. Wissert setzt sich außerdem kritisch mit ihrem Arbeitsumfeld auseinander und verfasste u.a. Texte zu Themen des strukturellen Rassismus im Theater.

Franz Knoppe war von 2014 bis 2021 Vorstand und Projektleiter des ASA-FF e.V. in Chemnitz und dort verantwortlich für das Programm „neue unentd_ckte narrative“ und das Projekt „Offener Prozess“. Der Verein fördert Globales Lernen und entwicklungspolitische Bildung für eine nachhaltige und global gerechte Entwicklung. Als Verwaltungswissenschaftler und Quereinsteiger war es Knoppe im Rahmen seines Engagements ein Anliegen, Projekte mit nachhaltiger Wirkung zu organisieren. Er präferierte stets die Zusammenarbeit mit Akteur:innen der Kunst und der Kultur, um gesellschaftliche Prozesse voranzutreiben. Mittlerweile arbeitet Knoppe für das Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung unter anderem im Referat V.1 – Grundsatz Demokratie, Demokratieentwicklung und politische Bildung, vor allem für das Förderprogramm Orte der Demokratie und bringt sein erworbenes Wissen nun im offiziell im Staatsapparat ein.

Martin Valdés-Stauber ist seit 2017 als Dramaturg Teil des künstlerischen Leitungsteams der Münchner Kammerspiele. Er studierte Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften und Soziologie in München, Friedrichshafen, Berkeley und Cambridge. Valdés-Stauber lehrt außerdem an verschiedenen Universitäten in München und setzt sich kritisch mit der Verschränkung von künstlerischem, literarischen und soziologischen Wissen über die Stadt auseinander. Er ist zudem ehrenamtlich als „Beauftragter für Offene Gesellschaft“ in seiner Heimatstadt Kaufbeuren tätig.

Agenda

  • 09.30 – 09.45 Uhr: Begrüßung durch Das Progressive Zentrum
  • 09.45 – 11.45 Uhr: Interaktive Themenforen
    • Forum 1: Wie wir die Kunst schützen: Umgangsstrategien mit demokratiefeindlichen Angriffen auf Kunst- und Kulturschaffende
    • Forum 2: Was die Kunst darf: Zum sicheren Umgang mit dem Neutralitätsgebot
    • Forum 3: Wie die Kunst frei bleibt: Gefahren und Chancen der Selbstbeschränkung
  • 11.45 – 12.30 Uhr Pause
  • 12.30 – 12.50 Uhr: Schlaglichter aus der deutschen Kunst- und Kulturlandschaft
  • 12.50 – 14.00 Uhr: Abschlussdebatte: Wie wir die Kunst schützen und die Demokratie stärken können
    • Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien 
    • Julia Wissert, Intendantin am Schauspiel Dortmund 
    • Franz Knoppe, ehrenamtlicher Beirat des ASA-FF e.V.
    • Martin Valdés-Stauber, Dramaturg an den Münchner Kammerspielen (Moderation)
  • 13:30-14:00 Uhr: Q&A mit den Panelist:innen
  • 14:00 Uhr: Schlussworte, Das Progressive Zentrum e.V

Kooperationspartner:

Autor:innen

Paulina Fröhlich

Leiterin | Resiliente Demokratie
Paulina Fröhlich verantwortet den Schwerpunkt „Resiliente Demokratie“ des Berliner Think Tanks Das Progressiven Zentrum. Dort entwirft sie Dialog- und Diskursräume, leitet die europäische Demokratiekonferenz „Innocracy“ und ist Co-Autorin von Studien und Discussion Papers.

Paul Jürgensen

Grundsatzreferent
Als Grundsatzreferent betreut Paul Jürgensen Projekte zu Repräsentation und Teilhabe, demokratischen Innovationen und Visionen sowie zum Umgang mit Rechtspopulismus und -extremismus.

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