„Schleichend an die Macht“ analysiert Geschichtsschreibung der Neuen Rechten

Mythen über die Nation, ihre Helden und Freiheitskämpfe sollen Nationalismus und völkisches Denken wieder gesellschaftsfähig machen

Zusammenfassung

Wie die Neue Rechte Geschichte instrumentalisiert, um Deutungshoheit über unsere Zukunft zu erhalten, das untersucht der Sammelband „Schleichend an die Macht“. Das Buch erscheint im Juli. Neben der Analyse ist es eine Aufforderung an Politik und Wissenschaft sowie Lehrkräfte und Zivilgesellschaft, dem Missbrauch der Geschichte entgegenzutreten.

Die Neue Rechte strebt in Europa an die Macht. Eine ihrer stärksten Strategien: die Instrumentalisierung von Geschichte, um ihre Weltsicht in den Köpfen der Menschen zu verankern. Mythen über die Nation, ihre Helden und Freiheitskämpfe sollen Nationalismus und völkisches Denken wieder gesellschaftsfähig machen. Das zeigt: Wir müssen um die Geschichte kämpfen, auf dass die liberalen Grundwerte unserer Gesellschaft eine Zukunft haben.

In Deutschland beschwört die AfD über 1000 Jahre glorreichen Deutschtums. In Italien inszeniert sich Matteo Salvini in der Tradition italienischer Freiheitskämpfer. In Ungarn will Viktor Orbán sein Land zu „historischer Größe“ zurückführen. Und auch in der Corona-Krise versucht die Neue Rechte eine Renaissance des Nationalismus als Lösung zu propagieren. Die völkische Illusion „sauberer“, homogener Gesellschaften soll zum politischen Konsens der Zukunft werden. Dieses Buch analysiert die Strategie der Neuen Rechten in Europa und ist zugleich eine Aufforderung an Politik und Wissenschaft, Lehrkräfte und Zivilgesellschaft, dem Missbrauch der Geschichte entgegenzutreten.

„Schleichend an die Macht“ erscheint im Juli 2020

Das Buch „Schleichend an die Macht: Wie die Neue Rechte Geschichte instrumentalisiert, um Deutungshoheit über unsere Zukunft zu erhalten“ erscheint im Juli 2020 im Dietz Verlag und wird herausgegeben von Andreas Audretsch, Fellow beim Progressiven Zentrum, und Historikerin Claudia Gatzka. Zudem enthält die Veröffentlichung Beiträge von Jürgen Kocka aus dem Wissenschaftlichen Beirat, von Fellow Hedwig Richter und von Paul Jürgensen aus dem Programmbereich „Zukunft der Demokratie“.

Im Interview mit Zeit Online, haben die HerausgeberInnen über Strategien neurechter Bewegungen in der Corona-Krise gesprochen. Laut Andreas Audretsch sind viele Verschwörungstheorien eng mit neurechtem Gedankengut verknüpft und finden vor allem online Gehör:

Die neurechten Thesen streuen in den Kanälen mittlerweile sehr weit. Das Protestbiotop von Telegram-Kanälen ist äußerst vielfältig, es reicht von den Kanälen der Neuen Rechten bis zu denen vieler Verschwörungstheoretiker mit teils weit über 100.000 Mitgliedern, und die durchdringen und reproduzieren sich gegenseitig.

Über die HerausgeberInnen

Fellow Andreas Audretsch ist Politikwissenschaftler und arbeitete zuletzt als stellvertretender Leiter der Pressestelle und Sprecher des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zuvor war er im Bundespräsidialamt zuständig für Grundsatzfragen der Kommunikation. Andreas Audretsch hat Politik, Publizistik und Soziologie studiert und an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam promoviert. Ehrenamtlich ist er Mitglied des Landesvorstandes von Bündnis90/Die Grünen Berlin.

Claudia Gatzka ist Historikerin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas
an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Zuvor war sie an der Humboldt Universität zu Berlin tätig. Für ihre Dissertation zurn Demokratie in Deutschland und Italien erhielt sie den Tiburtius-Preis der Berliner Hochschulen.

Autor:innen

Andreas Audretsch arbeitete zuletzt als stellvertretender Leiter der Pressestelle und Sprecher des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Andreas Audretsch hat Politik, Publizistik und Soziologie studiert und an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam promoviert.
Discussion Paper: „Wohlstand für alle in einer digitalisierten Wirtschaft“
Die Digitalisierung ist ein Motor, der Innovationsprozesse auf eine nie gekannte Geschwindigkeit beschleunigt

Dr. Claudia C. Gatzka

Visiting Fellow
Claudia Gatzka ist Autorin und Historikerin an der Universität Freiburg und befasst sich mit der Geschichte der Demokratie, politischer Kommunikation und Partizipation mit Schwerpunkt im 20. Jahrhundert.
hedwig richter

Prof. Dr. Hedwig Richer

Wissenschaftlicher Beirat
Hedwig Richter ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr München. Ihre Forschung wurde mit dem Offermann-Hergarten-Preis der Universität zu Köln (2010) und dem Stiftungspreis der Demokratie-Stiftung (2018) ausgezeichnet.

Paul Jürgensen

Grundsatzreferent
Paul Jürgensen ist Grundsatzreferent des Progressiven Zentrums. In dieser Funktion verantwortet er übergreifende Projekte in den Themenfeldern „Gerechte Transformation“ und „Progressives Regieren“.
The Art of Democracy: Resiliente Kunst und Kultur
Umgangsstrategien mit anti-demokratischer Agitation
Allianzen des Fortschritts
Neue Studie zur Rolle und Funktion zivilgesellschaftlicher Bündnisse in der pluralen Demokratie
Mehrheit überzeugt: Neue Regierung ist Zukunftskoalition
SPD, Grüne und FDP sind als Fortschrittsregierung angetreten
Democratising Democracy: No Transformation without Democratisation
For the 2020s to become a decade of transformation, they also have to become a decade of democratisation

Prof. Dr. Jürgen Kocka

Wissenschaftlicher Beirat
Jürgen Kocka ist emeritierter Professor für Geschichte an der Freien Universität Berlin, ehemaliger Präsident des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Progressiven Zentrums.

Inhalt

Zusammenfassung
Autor:innen

Dr. Claudia C. Gatzka

Visiting Fellow
hedwig richter

Prof. Dr. Hedwig Richer

Wissenschaftlicher Beirat

Paul Jürgensen

Grundsatzreferent

Prof. Dr. Jürgen Kocka

Wissenschaftlicher Beirat

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