Politisches Symposium: Fortschritt aus der Krise

Die gerechte Transformation unter neuen geopolitischen Bedingungen

Dienstag , 13. September 2022 - 18:45 - 23:00
Abendveranstaltung

Zeiten des Krieges sind Zeiten der Knappheit. Rohstoffe, Energie, Lebensmittel, Arbeitskräfte, Geld – all das steht nicht mehr in dem Maße zur Verfügung wie zum Amtsantritt der neuen Bundesregierung. Unterbrochene Lieferketten, Dürren und der demographische Wandel verschärfen die Angebotskrise zusätzlich. Die gerechte Transformation hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft wird dadurch massiv erschwert und Verteilungsfragen stellen sich mit neuer Härte.

  • Wie kann der Umstieg auf erneuerbare Energien in Anbetracht der Energiekrise schneller vorangebracht werden? 
  • Wie gelingt angesichts steigender Preise eine sozial gerechte Entlastung? 
  • Und wie wird die gerechte Transformation unter Bedingungen der Knappheit finanziert? 

Der unter völlig anderen Vorzeichen formulierte Koalitionsvertrag gibt darauf nicht alle Antworten. Im “Politischen Symposium” begeben wir uns auf die Suche nach neuen Lösungen. Wolfgang Schmidt, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts, eröffnet die Paneldiskussion mit einer Keynote. In kleineren Runden gibt es zuvor die Möglichkeit, einzelne Fragestellungen zu den Themen (I) „Energie- und wirtschaftspolitische Souveränität“, (II) „Entlastungen & sozialstaatliche Strukturreformen“ und (III) „Investitionen & Finanzierung“ mit Fachexpert:innen vertieft zu diskutieren (u.a. mit Franziska Brantner, Reiner Hoffmann und Jens Südekum). Als Anregung für die Debatten haben wir 10 Thesen für eine progressive Krisenpolitik aufgestellt. Bei einem Empfang mit leichtem Abendessen und Getränken möchten wir den Abend gemeinsam ausklingen lassen.

10 Thesen für eine progressive Krisenpolitik

Die wechselseitig miteinander verflochtenen Krisen reichen vom russischen Angriffskrieg über Pandemie, Energie- und Klimakrise, Inflation und Nahrungsmittelkrise bis hin zu einer sich abzeichnenden Rezession. Diese Krisen finden nicht nur gleichzeitig statt, sondern sie verstärken sich auch gegenseitig. Sie führen so zu extremer Komplexität und Unsicherheit. Um mit Fortschritt aus der Poly-Krise zu kommen, braucht es kluge politische Führung, eine aufgeklärte Öffentlichkeit und eine resiliente Zivilgesellschaft. Anlässlich des Politischen Symposiums “Mit Fortschritt aus der Krise – Die gerechte Transformation unter neuen geopolitischen Bedingungen” haben wir als Progressives Zentrum 10 Thesen für eine progressive Krisenpolitik aufgestellt.

Die Veranstaltung richtet sich an hochrangige Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Teilnahme ist nur nach persönlicher Einladung möglich. Bei Fragen oder Interesse an einer der ab 17:00 Uhr stattfindenden Fachgruppen wenden Sie sich gerne an das Eventsteam unter events@progressives-zentrum.org. Bitte beachten Sie, dass die Platzzahl begrenzt ist und eine Teilnahme nicht garantiert werden kann.

Veranstalter/in

Dominic Schwickert

Geschäftsführer des Progressiven Zentrums

Daten der Veranstaltung

13.September
Dienstag
Zeit18:45 - 23:00

Das Symposium findet in Gedenken an Steffen Jenner (* 28.06.1984, † 02.02.2022) und sein politisches Wirken statt.*

Speakers

Seit Dezember 2021 ist Wolfgang Schmidt Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts. Er war von 2011 bis 2018 Staatsrat der Hamburger Senatskanzlei und Bevollmächtigter der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund, bei der Europäischen Union und für Auswärtige Angelegenheiten. Von März 2018 bis Dezember 2021 ist er Staatssekretär im deutschen Bundesministerium der Finanzen gewesen.

Kerstin Andreae ist Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft. Von 2002 bis 2019 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages für die Partei Bündnis 90/Die GRÜNEN. 2012 wurde Kerstin Andreae zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt. Ihr oblag bis 2017 die Koordination der Wirtschafts-, Haushalts-, Finanz-, Arbeits- und Sozialpolitik. Ab 2017 war sie wirtschaftspolitische Sprecherin der Bundesfraktion der Grünen und Initiatorin sowie Koordinatorin des Wirtschaftsbeirates der Fraktion.

Dr. Brigitte Knopf ist seit 2015 Generalsekretärin des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin. Ihre Verantwortungsbereiche sind Management und Strategie des MCC und Dialog mit Stakeholdern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Seit 2020 ist sie stellvertretende Vorsitzende des von der Bundesregierung neu berufenen Expertenrats für Klimafragen. Bis 2014 war Brigitte Knopf stellvertretende Leiterin des Forschungsbereichs Nachhaltige Lösungsstrategien am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

Prof. Dr. Wolfgang Schroeder ist Vorsitzender des Progressiven Zentrums. Er hat den Lehrstuhl „Politisches System der BRD – Staatlichkeit im Wandel“ an der Universität Kassel inne. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem Verbände und Gewerkschaften. Wolfgang Schroeder ist außerdem Research Fellow am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Abteilung „Demokratie und Demokratisierung“ und gehört der Grundwertekommission der SPD an. Von 2009 bis 2014 arbeitete er als Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familien des Landes Brandenburg.

Werner Gatzer ist Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen. Er ist seit 2005 mit kurzer Unterbrechung im Amt. Von Januar bis März 2018 war Herr Gatzer Vorstandsvorsitzender der DB Station & Service AG. Herr Gatzer ist studierter Jurist und ist seit 1990 in verschiedenen Positionen im Bundesministerium der Finanzen tätig.


*Steffen Jenner war zuletzt Referatsleiter im Finanzministerium und gilt als einer der Architekten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Zeit seines Lebens setzte er sich für kluge politische Lösungen ein, um die Energiewende entschieden voranzutreiben und sozial gerecht zu gestalten. Für seine offene, kooperative und zukunftsgewandte Herangehensweise wurde er über Ressort- und Parteigrenzen in höchstem Maße geschätzt. Steffen war dem Progressiven Zentrum über viele Jahre eng verbunden und wirkte als Policy Fellow in zahlreichen energie- und klimapolitischen Projekten mit (z.B. “Das Stadtwerk der Zukunft”).


In Kooperation mit

Ansprechperson

Paul Jürgensen

Grundsatzreferent
Paul Jürgensen ist Grundsatzreferent des Progressiven Zentrums. In dieser Funktion verantwortet er übergreifende Projekte in den Themenfeldern „Gerechte Transformation“ und „Progressives Regieren“.
The Art of Democracy: Resiliente Kunst und Kultur
Umgangsstrategien mit anti-demokratischer Agitation
Allianzen des Fortschritts
Neue Studie zur Rolle und Funktion zivilgesellschaftlicher Bündnisse in der pluralen Demokratie
Mehrheit überzeugt: Neue Regierung ist Zukunftskoalition
SPD, Grüne und FDP sind als Fortschrittsregierung angetreten
Democratising Democracy: No Transformation without Democratisation
For the 2020s to become a decade of transformation, they also have to become a decade of democratisation

Projekte

Progressive Governance Summit

Europe's largest conference for progressive politics

KOLLEKT

Modellprojekt in der Extremismusprävention

Selbstverständlich Europäisch?!

Langzeitstudie zur Wahrnehmung der deutschen Europapolitik

NEW URBAN PROGRESS

Ein transatlantischer Dialog über die Zukunft der Stadt

The Politics of Inequality

Policy Paper-Reihe zu Sozialer Ungleichheit

Weitere Themen

Resiliente Demokratie

Zukunftsfähig, weil sie lernt.

Green New Deal

Sozial, ökologisch, digital. Für alle.

Moderner Staat

Vom Verwalten zum Ermöglichen.

Wir entwickeln und debattieren Ideen für den gesellschaftlichen Fortschritt – und bringen diejenigen zusammen, die sie in die Tat umsetzen. Unser Ziel als Think Tank: das Gelingen einer gerechten Transformation. ▸ Mehr erfahren