Sechste DenkerInnen-Runde zur Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft

Bereits im Einführungsvortrag dieser Sitzung wurde deutlich, dass sich Industrie und Dienstleistungen in Deutschland nicht so klar voneinander trennen lassen

Am 30. März kamen erneut programmatische Vordenkerinnen und Vordenker der etablierten Parteien in Deutschland mit Wissenschaftlern zusammen, um über Zukunftsfragen der Sozialen Marktwirtschaft zu diskutieren. Im Fokus dieser Sitzung stand der vermeintliche Gegensatz zwischen Industrie auf der einen und Dienstleistungen auf der anderen Seite. Organisiert von der Bertelsmann Stiftung und dem Progressiven Zentrum fand die Sitzung unter dem Titel „Industrie vs. Dienstleistung: Was sind die Voraussetzungen für das spezifisch deutsche Produktionsmodell und was muss Politik dazu beitragen?“ statt.

Bereits im Einführungsvortrag dieser Sitzung wurde deutlich, dass sich Industrie und Dienstleistungen in Deutschland nicht so klar voneinander trennen lassen. Es gibt einen großen Teil industrieinduzierter Dienstleistungen, die manchmal sogar schon Teil der Verarbeitungsprozesses sind. Allerdings stehen Sozialpartnerschaft und duale Ausbildung vor besonderen Herausforderungen, nimmt man die Trends für künftige Veränderungen sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungsbereich in den Blick. Die beiden inhaltlichen Impulsvorträge plädierten ebenfalls für eine integrierte Perspektive auf beide „Branchen“ und hoben sowohl die historisch-kulturellen Eigenheiten Deutschlands, als auch die Notwendigkeit für eine innovationsorientierte wirtschaftspolitische Rahmensetzung mit guten Bedingungen für Forschung und Entwicklung hervor.


Foto: Jean Francois via Flickr

Autor

Manuel Gath

Projektmanager
Von 2015 bis 2018 Project Manager im Progressiven Zentrum. Hat im Master Politikmanagement an der NRW School of Governance in Duisburg studiert und beschäftigte sich im Rahmen seiner Abschlussarbeit mit der Programmatik in den europäischen Parteienfamilien.

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