Thesenpapier: Inklusives Wachstum!

Für eine neue Verbindung von zukunftsgerichteter Produktivität und sozialer Teilhabe

Zusammenfassung

Das Progressive Zentrum und die Bertelsmann Stiftung haben VertreterInnen unterschiedlicher demokratischer Denkrichtungen über einen längeren Zeitraum zusammengebracht, um kontrovers und konstruktiv die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft zu diskutieren. 18 Thesen haben die beteiligten ExpertInnen aufgestellt. Sie sollen der Diskussion um eine gute Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie Teilhabegerechtigkeit für alle Menschen neuen Schwung verleihen.

Deutschlands Wirtschaft ist so stark wie lange nicht, aber mit Blick auf gesellschaftliche Teilhabe steht die Bundesrepublik vor großen Herausforderungen. Das wird durch wirtschafts-, sozial- und gesellschaftspolitische Umbrüche noch verstärkt. Die Soziale Marktwirtschaft hat immer wieder Anstrengungen unternommen, sich zu erneuern, hat aktuell aber unbestrittenen Veränderungsbedarf. Das Ziel sollte ein inklusives Wachstum sein: Möglichst alle Menschen sollen am Erwerbsleben, so wie am gesellschaftlich-sozialen Leben teilhaben und vom Wachstum profitieren können. Technologischer Fortschritt muss auch sozialen und ökologischen Fortschritt schaffen, von dem alle profitieren. Eine gute gesellschaftliche und ökonomische Ordnung ist die Bedingung dafür, dass allen Menschen gleichermaßen Freiheit, Chancen auf Teilhabe und sozialer Aufstieg ermöglicht werden können.

Diese Möglichkeit wahrzunehmen und wahrnehmen zu können ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten und damit auch verantwortungsvollen Leben in unserer Gesellschaft. Dafür müssen bestehende Defizite korrigiert und absehbare Probleme bereits jetzt angegangen werden. Es gibt viele gute Ideen für strukturelle Reformen: von Investitionen in öffentliche Räume und Chancengerechtigkeit über den Abbau von Vermögensungleichheit bis hin zur Förderung sozialer Unternehmensmodelle.

Vor diesem Hintergrund diskutierten Das Progressive Zentrum und die Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Sechs Themen standen im Zentrum der Debatten:

  1. Teilhabe durch öffentliche Kooperation
  2. Soziale Ungleichheit als Chancenkiller
  3. Investitionen gegen neue Ungleichheit
  4. Vom Shareholder zum Stakeholder
  5. Industrie und Dienstleistungen zusammen denken
  6. Nachhaltigkeit und Innovation vorantreiben

18 Thesen haben die beteiligten ExpertInnen daraus abgeleitet. Sie sollen der Diskussion um eine gute Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie Teilhabegerechtigkeit für alle Menschen neuen Schwung verleihen.

Autor:innen

Dr. Thomas Falkner

Landtagsfraktion "Die LINKE" Brandenburg
Dr. Thomas Falkner, Journalist und Publizist, arbeitet als Referent des Vorstands der Landtagsfraktion der Linkspartei in Brandenburg, zeitweise in Sachsen-Anhalt (2005).

Dr. Christopher Gohl

Circle of Friends
Dr. Christopher Gohl, Forscher und Dozent am Weltethos-Institut an der Universität Tübingen, war Leiter der Abteilung Politische Planung, Programm und Analyse der FDP. Er ist jetzt Ombudsmann der Liberalen und Mitglied im Circle of Friends des Progressiven Zentrums.
Nils Goldschmidt ist Professor für Kontextuale Ökonomik und ökonomische Bildung am Zentrum für ökonomische Bildung der Universität Siegen und Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft.
Julia Hertin ist Geschäftsführerin des Sachverständigenrates für Umweltfragen.
Sabine Meier ist Professorin for Räumliche Entwicklung und Inklusion an der Universität Siegen.
Matthias Schäfer ist Leiter des Teams Wirtschaftspolitik der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Prof. Dr. Wolfgang Schroeder ist Vorsitzender des Progressiven Zentrums. Er hat den Lehrstuhl „Politisches System der BRD – Staatlichkeit im Wandel“ an der Universität Kassel inne. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem Verbände und Gewerkschaften.
Digitale Souveränität – Ein Narrativ des Fortschritts
Discussion Paper von Svenja Falk & Wolfgang Schroeder
Das politische System der Bundesrepublik Deutschland: Eine Einführung
Ein Überblick über die politischen Institutionen und Prozesse in der Bundesrepublik
Smarte Spalter – Die AfD zwischen Bewegung und Parlament
70 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik verändert die AfD den Parteienwettbewerb dramatisch
Interessenvertretung in der Altenpflege
Die Pflegenden verfügen über das Potenzial und die Strategien für eine zeitgemäße Interessenvertretung

Peter Siller

Wissenschaftlicher Beirat
Peter Siller ist Leiter des Stabs Transformation im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Zuvor war er Leiter des Planungsreferats im Bundespräsidialamt, Abteilungsleiter Inland der Heinrich-Böll-Stiftung und Leitender Redakteur der Zeitschrift "polar – Magazin für politische Theorie und Kultur". Er ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Progressiven Zentrums.
Discussion Paper zu Zustand und Herausforderungen der repräsentativen Demokratie
Grundlagenpapier des Projekts “Wieviel Ich im Wir? Wandel der Repräsentation in Deutschland” mit der Heinrich Böll Stiftung

Wir entwickeln und debattieren Ideen für den gesellschaftlichen Fortschritt – und bringen diejenigen zusammen, die sie in die Tat umsetzen. Unser Ziel als Think Tank: das Gelingen einer gerechten Transformation. ▸ Mehr erfahren