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Aufbau – Umbau – Abbau

Geliebt und gehasst: Die Debatte um die Leistungsverteilungen des deutschen Sozialsystems erhitzt oftmals die Gemüter. Ein Demokratiemonitor gibt Einsicht in die Stimmungslage gegenüber dem Sozialstaat – und zieht Konsequenzen.

Der Sozialstaat ist zu einem zentralen Fundament moderner Demokratien geworden. Er beeinflusst nicht nur biografische Entwicklungen, sondern auch die Legitimität der politischen Ordnung. In Deutschland basiert der Sozialstaat vor allem auf einem beitragsfinanzierten Sozialversicherungssystem, das trotz der Erwerbsbindung nahezu alle Bürgerinnen erfasst. Etwa zwei Drittel der Sozialausgaben werden über diese Sozialversicherungssysteme finanziert. Personennahe Dienstleistungen (z. B. Kinderbetreuung, Pflege) sind dabei im internationalen Vergleich schwächer ausgeprägt, allerdings findet seit zwei Jahrzehnten ein Aufholprozess statt. Das Prinzip der Leistungsgerechtigkeit prägt den deutschen Sozialstaat, es korreliert mit der individuellen Erwerbsposition. Es wird jedoch durch das Prinzip der Bedarfsgerechtigkeit (z. B. bei der Krankenversicherung) relativiert. Die beiden Gerechtigkeitskonzepte genießen zusammen breite gesellschaftliche Akzeptanz, auch über Parteigrenzen hinweg.

Der Beitrag erschien im Mai 2026 in Neue Gesellschaft / Frankfurter Hefte.

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