Gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung und rund 250 Weggefährt:innen, Partner:innen und Engagierten aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Medien haben wir am 6. September den Abend der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Berliner Bi Nuu verbracht.
Der Abend wechselte zwischen Nahaufnahme und Totale. Parallel zur Live-Übertragung brachten Schalten nach Sachsen-Anhalt unmittelbare Eindrücke von den Wahlveranstaltungen und aus der Zivilgesellschaft in den Raum: Paulina Fröhlich, langjährige Demokratieexpertin und ehemalige Co-Chefin des Progressiven Zentrums, Madeleine Henfling, Campaignerin bei Campact und Vizepräsidentin a. D. des Thüringer Landtags, sowie Pascal Begrich, Geschäftsführer des Vereins Miteinander e. V. in Sachsen-Anhalt, berichteten aus unterschiedlichen Perspektiven von der Stimmung und den ersten Reaktionen vor Ort.
In der Nahaufnahme ging es um die konkreten Folgen des Wahlausgangs für Sachsen-Anhalt: Jan Hofmann, ehemaliger Staatssekretär im Kultusministerium Sachsen-Anhalt und langjähriger zivilgesellschaftlicher Akteur mit engen Verbindungen in die Kunst- und Kulturszene, insbesondere zum Bauhaus, die Soziologin und Autorin Katharina Warda, Heike Kleffner, Journalistin und Podcasterin „Kipppunkt Ost – wie der Osten die Demokratie in Deutschland entscheidet”, sowie Timo Reinfrank, geschäftsführender Vorstand der Amadeu Antonio Stiftung, diskutierten mit der Publizistin Simone Rafael, was das Ergebnis für demokratische Institutionen, gesellschaftliche Minderheiten und insbesondere für die zivilgesellschaftlichen Strukturen vor Ort bedeutet.
Von dort richtete sich der Blick immer wieder auf die Totale und die Frage, welche politischen Dynamiken weit über Sachsen-Anhalt hinaus von diesem Wahlabend ausgehen. Als Überraschungsgast kam Steffen Krach, Spitzenkandidat der Berliner SPD, spontan auf die Bühne und ordnete das Ergebnis mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen und die veränderten Bedingungen demokratischer Mehrheitsbildung ein. Zum Abschluss diskutierten Wolfgang Schroeder, Vorsitzender des Progressiven Zentrums, und die Historikerin Hedwig Richter, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Progressiven Zentrums, die längerfristigen Konsequenzen für die Bundespolitik und das demokratische Parteiensystem.
Mindestens ebenso wichtig wie die Gespräche auf der Bühne war der Austausch im Raum. Trotz der schwierigen Ergebnisse war der Abend von dem gemeinsamen Willen geprägt, genau hinzuschauen, voneinander zu lernen und demokratische Handlungsmöglichkeiten auszuloten. Gerade nach einem solchen Wahlausgang bleibt es entscheidend, die Perspektiven und Erfahrungen der Menschen und Initiativen in Sachsen-Anhalt sichtbar zu machen, zivilgesellschaftliche Strukturen zu stärken und die Frage nach der Zukunft unserer Demokratie gemeinsam und über politische Lager hinweg zu diskutieren.
Die Debatten des Wahlabends setzen wir auch inhaltlich fort: Im Longread „Die Republik hat ein Zukunftsproblem“ formulieren Dominic Schwickert und Paul Jürgensen erste Schlussfolgerungen aus dem Wahlergebnis – für die demokratische Mitte und für unsere eigene Arbeit.










