Glotzt nicht so romantisch!

Über das demokratiefördernde Potential von Theaterarbeit an Schulen

Zusammenfassung

Politische Bildungsarbeit ist eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft der liberalen Demokratie. Das Erstarken von Autoritarismus und Nationalismus macht deutlich, dass demokratisches Bewusstsein keine Selbstverständlichkeit ist, sondern immer wieder neu entwickelt werden will. Um den demokratiefeindlichen Bedrohungen nachhaltig zu begegnen und die Lust an Teilhabe zu stärken, bedarf es ganzheitlicher Ansätze, die über die Vermittlung von Theoriewissen hinausgehen. Dazu lohnt es sich, dorthin zu schauen, wo junge Menschen Demokratie-Erfahrungen machen können, ohne dass „Politische Bildung“ auf dem Stundenplan steht.

Demokratieförderung durch Schultheater

Woran denken Sie beim Wort Schultheater? An Atemübungen, Klatschkreise und Impro-Spiele? An das Unbehagen, sich vor anderen zu zeigen, die Angst, vor Nervosität den Text zu vergessen? Vielleicht aber auch an eine besonders motivierte Lehrerin und eine freiwillige AG-Doppelstunde pro Woche. Häufig eilt dem Fach Theater ein Ruf der harmlosen Spielerei und der elitären Selbstbeschäftigung für SchülerInnen aus bildungsbürgerlichen Elternhaus voraus. Doch Theater kann deutlich mehr sein als ein bloßer Raum zur Interpretation von Brecht, Shakespeare oder Büchner. Es gibt auch gute Gründe dafür, Schultheater als einen relevanten Baustein der Demokratieförderung zu begreifen und aufzuwerten.

Daher diskutiert dieses Paper das demokratiefördernde Potential von Theaterarbeit an Schulen – und rät dazu, sie als einen relevanten Baustein der Demokratiepädagogik zu begreifen und entsprechend bildungspolitisch aufzuwerten. Dazu wird anhand verschiedener Beispiele, wie dem TUSCH-Festival, dem Berliner Maxim Gorki Theater oder einem Bildungsprojekt von OPENION aufgezeigt, wie eine erfolgreiche demokratiefördernde Theaterarbeit aussehen kann.

Die drei Handlungsempfehlungen:

  • Theater als gleichwertiges Schulfach verstehen
  • Kooperationsmöglichkeiten fördern
  • Ausbildung ausbauen

Autor:innen

Paulina Fröhlich war stellvertretende Geschäftsführerin und verantwortete den Schwerpunkt „Resiliente Demokratie“ des Berliner Think Tanks Das Progressive Zentrum. Dort entwarf sie Dialog- und Diskursräume, leitete die europäische Demokratiekonferenz „Innocracy“ und war Co-Autorin von Studien und Discussion Papers.
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Tobias Gralke arbeitet seit mehreren Jahren als freischaffender Theatermacher, Autor, Workshop-/Gesprächsleiter und Lehrbeauftragter an Schnittstellen von Kunst, kultureller/politischer Bildung und Forschung.

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