Transatlantischer Dialog über die Zukunft der Arbeit, Demokratie und Wohlergehen der Gesellschaft 

 

Drei Organisationen – Das Progressive Zentrum, die Alfred Herrhausen Gesellschaft in Deutschland und das Progressive Policy Institute in den Vereinigten Staaten – kamen für dieses Projekt zusammen, um mit vereinten Kräften und im Sinne des transatlantischen Dialogs Innovationen im urbanen Raum zu fördern und die Demokratie zu revitalisieren. Wir stehen am Anfang eines dreijährigen Vorhabens, das in drei deutschen und drei US-amerikanischen Städten einen fruchtbaren Austausch von Ideen für lokale Initiativen und für den Umgang mit lokalen Herausforderungen fördern wird.

 

Vielerorts in den USA und Europa entstehen Ballungsräume, die sich zu Zentren für Innovation und das kollaborative Erarbeiten von Lösungsansätzen entwickeln. In einigen unserer dynamischsten Klein- und Großstädte entwickelt sich ein neues Regierungsmodell für progressive Politik. In “The New Localism” beschreiben Bruce Katz und Jeremy Nowak das Phänomen wie folgt:

“Heutzutage werden Lösungen für einige unserer größten gesellschaftlichen Aufgaben vor allem in unseren Städten ausgehandelt, wie etwa: soziale Mobilität, Wettbewerb, Klimawandel und weitere Themenfelder. Das 20. Jahrhundert stand für die Ausweitung und Verfestigung hierarchischer Systeme, die spezialisiert, segmentiert und bürokratisiert wurden. Das 21. Jahrhundert wird hingegen für Vernetzung, Verteilung und die Führungsrolle von Städten stehen.

Städte bieten lehrreiche Einblicke in gesellschaftliche Phänomene und geben somit zunehmend für lokale und nationale Politik in den USA und Europa den Ton an. Angesichts der aktuellen Verbreitung eines illiberalen Populismus, wären die USA und die europäischen Länder gut beraten, von kreativen Städten auf beiden Seiten des Atlantiks zu lernen, die sich für die Revitalisierung der liberalen Demokratie einsetzen.

Daher wird unser Projekt den städtischen Raum wie ein Labor für die experimentelle Betrachtung der folgenden drei Themen behandeln:

1. Inklusive Innovation und inklusives Wachstum (digitale Transformation und Energiewende), 2. Vernetztes Regieren (kulturelle Integration, BürgerInnenbeteiligung und demokratische Innovation), und 3. Soziale Mobilität (Chancengleichheit und Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen). 

Wir möchten mit jungen Denkerinnen und Denkern, AktivistInnen, PolitikerInnen, ExpertInnen, JournalistInnen auf beiden Seiten des Atlantiks in einen transatlantischen Dialog treten und dabei die folgenden Fragen beantworten:
  • Wie können Städte wirtschaftliche Innovation und Entrepreneurship stärken und dabei zukunftsträchtige Nischen in der globalen Ökonomie schaffen?
  • Wie können Städte zu Pionierinnen des vernetzten Regierens werden und dabei eine Vielzahl von zivilen Akteuren bei der Umsetzung ihrer jeweiligen Ziele unterstützen?
  • Welche kreativen Wege können sektorübergreifende, urbane Koalitionen einschlagen, um soziale Mobilität, inklusives Wachstum und günstigen Wohnraum zu schaffen?

Wir sind davon überzeugt, dass Städte bedeutende Akteure in der globalen Politik geworden sind und ihnen daher eine wichtige Rolle bei der Wiederbelebung transatlantischer Dialoge zukommt. Wir wollen unseren Beitrag zu einer erneuten Annäherung zwischen Deutschland und den USA leisten, indem wir zwischenstaatliche Diplomatie und bürgerliche Diplomatie, bei der Mensch-zu-Mensch Gespräche im Vordergrund stehen, als ein komplementäres Paar betrachten. Wir wollen junge Deutsche und junge US-AmerikanerInnen in einen Dialog über aktuelle soziale, kulturelle und ökonomische Phänomene  bringen, die in allen post-industriellen und multikulturellen Gesellschaften existieren. Der Blick soll dabei vor allem auf die Gemeinsamkeiten der beiden Staaten anstatt auf ihre Unterschiede gelenkt werden.

Für die Erreichung dieses Ziels werden junge, vielversprechende Persönlichkeiten aus Deutschland und den USA als Projekt Fellows eingeladen, an unserem Projekt teilzunehmen. Unsere ProjektpartnerInnen werden diese ambitionierten Individuen, die aus der Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kommen oder im Medien- und Kulturbereich tätig sind, darin unterstützen Forschungspapiere, Blogs und Artikel anzufertigen. Darin sollen ihre im Laufe des Projekts gewonnenen Eindrücke und Kenntnisse geteilt werden. Wir hoffen, dass die Inhalte dieser Veröffentlichungen nicht nur durch den direkten Austausch mit anderen Projekt Fellows entstehen, sondern außerdem von unseren beiden Reisen durch Deutschland und die USA und den dort gehörten Geschichten über einzelne Initiativen in innovativen Städten inspiriert werden.

Unser Projekt organisiert ein Steering Committee, engagiert RepräsentantInnen aus allen drei Partnerorganisationen und gewährleistet eine zeitnahe und effektive Umsetzung unserer Initiative. Zusätzlich werden wir ein Sounding Board mit urbanen ExpertInnen und transatlantischen AnalytikerInnen aus Deutschland und den USA ins Leben rufen, welches eine beratende Funktion erfüllen wird. Bekannte Persönlichkeiten aus beiden Ländern im Forschungsbereich Urbanistik sind ebenfalls eingeladen, als Projekt Patrons an dem Projekt teilzunehmen.

Das Projekt wurde durch das Transatlantik-Programm der Bundesrepublik Deutschland aus Mitteln des European Recovery Program (ERP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.