Policy Brief

Homeoffice in der Corona-Krise – eine nachhaltige Transformation der Arbeitswelt?

Florian Kunze, Kilian Hampel & Sophia Zimmermann | 2020

Die meisten Beschäftigten arbeiten nach eigener Aussage im Homeoffice länger und produktiver als im Büro, einige leiden aber auch unter Vereinsamung und Isolation. Trotzdem wünscht sich ein Großteil (56 Prozent) keine Rückkehr zur Vollzeit-Präsenzpflicht, die Mehrheit der Befragten möchte am liebsten zwei bis drei Tage pro Woche von zu Hause aus arbeiten. Bei der Frage nach einem gesetzlichen Recht auf Homeoffice ist die arbeitende Bevölkerung gespalten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Exzellenzclusters “The Politics of Inequality” an der Universität Konstanz, die in Zusammenarbeit mit dem Think-Tank Das Progressive Zentrum herausgegeben wird.


Eine mögliche Ursache für die große Unterstützung der Arbeit von Zuhause sehen die StudienautorInnen Prof. Florian Kunze, Kilian Hampel und Sophia Zimmermann darin, dass sich die allermeisten der Befragten im Homeoffice als motiviert und produktiv wahrnehmen – 45 Prozent gaben sogar an, effektiver als im Büro arbeiten zu können. Ein weiterer Grund für die Unterstützung des Homeoffice könnte die Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben sein. 70 Prozent der Befragten bejahten die Aussage, dass dies im Homeoffice besser möglich sei  – unabhängig davon, ob sie minderjährige Kinder zu betreuen haben oder nicht.

Eine große Minderheit berichtet jedoch auch von schwerwiegenden Nachteilen: Jeder fünfte fühlt sich im Homeoffice einsam und sozial isoliert, knapp jeder sechste klagte über emotionale Erschöpfung. Demgegenüber steht die Gruppe der Vollüberzeugten: Jeder Vierte würde künftig ganz auf den Bürobesuch verzichten.

 

Ich möchte das Policy Paper lesen

 

Zentrale Erkenntnisse der Umfrage

  • Die meisten Beschäftigten arbeiten nach eigener Aussage im Homeoffice länger und produktiver als im Büro, einige leiden aber auch unter Vereinsamung und Isolation.
  • Ein Großteil der Beschäftigten (56 Prozent) wünscht sich keine Rückkehr zur Vollzeit-Präsenzpflicht. Die Mehrheit der Befragten möchte am liebsten zwei bis drei Tage pro Woche von zu Hause aus arbeiten.
  • Bei der Frage nach einem gesetzlichen Recht auf Homeoffice ist die arbeitende Bevölkerung gespalten.

 


Florian Kunze ist Professor für Organizational Studies an der Universität Konstanz und Mitglied des Exzellenzclusters „The
Politics of Inequality“. Er forscht zu Generationenmanagement, erfolgreicher Führung, Digitalisierung in der Arbeitswelt und
Arbeiten im Homeoffice.

Kilian Hampel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe für Organizational Studies von Florian Kunze. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die digitale Transformation der Arbeitswelt, Management des demographischen
Wandels, Alter(n) am Arbeitsplatz sowie die Einführung von neuen Arbeitsformen.

Sophia Zimmermann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe für Organizational Studies von Florian Kunze. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Mitarbeiterführung, der Digitalisierung in der Arbeitswelt und des demographischen Wandels.

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Policy Paper wurde in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz zusammen mit dem Progressiven Zentrum veröffentlicht.