Der Blick auf un- und angelernte Beschäftigung, sogenannte Basisarbeit, zeigt: An der Basis der Arbeitswelt mangelt es häufig an demokratischer Teilhabe. Denn dort findet das sozialpartnerschaftliche Modell in weiten Teilen keine Anwendung. Dies äußert sich nicht zuletzt in niedrigen Löhnen, systematischen Verstößen gegen geltendes Arbeitsrecht sowie fehlendem Arbeits- und Gesundheitsschutz und ausbleibender betrieblicher Mitbestimmung.
Arbeitsmarktpolitische Missstände werden hier zu einem demokratiepolitischen Problem. Denn die Arbeitswelt ist ein zentraler Ort sozialer Teilhabe und demokratischer Mitbestimmung. Viele Beschäftigte erleben ihren Arbeitsplatz jedoch nicht als Ort der Sicherheit und kollektiven Selbstwirksamkeit, sondern als Quelle von Unsicherheit, Ohnmacht und Entwertung. Wenn ihre Anliegen in Politik und Gewerkschaften unterrepräsentiert sind und ihre Rechte unzureichend durchgesetzt werden, schwächt dies nicht nur ihr Vertrauen in demokratische Akteure und Institutionen, die Beschäftigten erleben auch einen Bruch mit dem demokratischen Egalitätsversprechen.
Vor diesem Hintergrund besteht dringender politischer Handlungsbedarf. Es ist die arbeitsmarktpolitische Verantwortung des Staates, die Rahmenbedingungen für Tarifautonomie in der Basisarbeit zu gewährleisten und gewisse Mindestbedingungen guter Arbeit zu sichern, die es den Beschäftigten ermöglichen, ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen. Hier setzt das vorliegende Policy Paper an und unterbreitet eine Reihe politischer Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und zum Ausbau sozialer wie demokratischer Teilhabe an der Basis. Ausgehend von den zentralen Herausforderungen im Bereich der Basisarbeit entwickelt das Papier einen umfassenden Maßnahmenkatalog mit 24 Empfehlungen für politische Entscheidungsträger:innen entlang von fünf Zielbildern:
- Materielle Sicherheit
- Menschengerechte Arbeitsgestaltung
- Zugängliche Weiterbildung und Qualifizierung
- Demokratische Teilhabe und Mitbestimmung
- Wertschätzung und Sichtbarkeit

Denkraum Basisarbeit
Das Policy Paper wurde auf Grundlage der dreiteiligen Workshopreihe „Denkraum Basisarbeit” erarbeitet, die unter Beteiligung von Expert:innen aus Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften, Unternehmen, Verbänden und Zivilgesellschaft im Zeitraum von Dezember 2025 bis Februar 2026 stattfand. Wir danken den Teilnehmenden für ihre Mitwirkung an dem Projekt.
Das Policy Paper ist im Rahmen des Projekts Basisarbeit in der Transformationsgesellschaft entstanden. Weitere Bestandteile des Projekts sind u. a. die Mixed-Methods-Studie Die Unverzichtbaren: Menschen in Basisarbeit, welche die Arbeitsrealitäten und politischen Einstellungen von Beschäftigten in der Basisarbeit untersucht, sowie der 35-minütige Dokumentarfilm Die Unverzichtbaren, der drei Beschäftigte aus der Gebäudereinigung, der Pflege und der Paketzustellung in ihrem Arbeitsalltag begleitet.
Autorinnen
Populismus erkennen – Umweltpolitik stärken
Die Unverzichtbaren: Menschen in Basisarbeit
Varianzen der Transformation
Unsere Energiewende? Wie Beteiligung vor Ort die Transformation gestaltbar macht
Die Unverzichtbaren: Menschen in Basisarbeit

Ansprechperson
Pressekontakt

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