Eine Illustration auf pinkfarbenem Hintergrund zeigt fünf kreisförmig angeordnete Szenen, die verschiedene Berufe der Basisarbeit darstellen: Ein Kurier auf einem Fahrrad, eine Pflegekraft im Gespräch mit einer Seniorin im Rollstuhl, eine Reinigungskraft mit Wischmop im Zentrum, eine Verkäuferin an der Kasse und ein Paketlieferant bei der Zustellung. Die Grafik verdeutlicht die Vielfalt und gesellschaftliche Relevanz essenzieller Dienstleistungsberufe durch eine freundliche, helle Darstellung der verschiedenen Arbeitsalltage.

Gute Basisarbeit im Dienstleistungssektor

Hintergrund

In politischen Debatten wird aktuell häufig längere und härtere Arbeit gefordert, um Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftswachstum zu sichern. Eine große Gruppe von Arbeitnehmer:innen, die bereits jetzt oft an ihre Belastungsgrenzen stoßen, bleibt dabei ungesehen: Basisarbeiter:innen – un- und angelernte Beschäftigte im Dienstleistungsbereich.

Als Paketzusteller:innen, Reinigungskräfte, Pflegehilfskräfte oder Kassierer:innen im Supermarkt sichern sie mit ihrer Arbeit die Grundlagen unserer Gesellschaft. Dabei arbeiten sie oft unter körperlich stark belastenden, gering entlohnten und wenig mitbestimmten Bedingungen – und erhalten gleichzeitig für ihre Arbeit wenig Anerkennung. Sie sind doppelt unsichtbar. Denn gesellschaftlich und politisch dominiert weiterhin das Bild des männlichen, qualifizierten Industriearbeiters statt der angelernten, oft weiblichen und migrantischen Dienstleistungskraft.

In unserer Studie „Die Unverzichtbaren: Menschen in Basisarbeit” haben wir branchenübergreifend die Arbeitsbedingungen von un- und angelernten Beschäftigten in Deutschland analysiert. Darauf aufbauend schauen wir nun genauer hin und untersuchen, wie gute Basisarbeit in systemrelevanten Dienstleistungsberufen gestaltet werden kann.

  • Wie lässt sich auf betrieblicher Ebene gesunde, sichere und selbstbestimmte Basisarbeit erreichen?
  • Wie kann die Mitbestimmung von Basisarbeiter:innen im Betrieb ausgebaut werden?
  • Welche politischen Maßnahmen sind notwendig, um gute Basisarbeit im Dienstleistungssektor zu fördern?

Ziel

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Fallstudie untersuchen wir, wie die Aufwertung von Basisarbeit im Dienstleistungsbereich konkret gelingen kann. Anhand von drei betrieblichen Praxisbeispielen identifizieren wir zentrale Voraussetzungen für die Umsetzung von Maßnahmen zur Gestaltung von guter Basisarbeit. Auf dieser Grundlage erarbeiten wir gemeinsam mit arbeitsmarktpolitischen Expert:innen und Vertreter:innen der Fallbeispiele, ob und wie sich die Maßnahmen auf andere Betriebe und Branchen übertragen lassen und welche Handlungsansätze für Unternehmen, Gewerkschaften und Politik sich daraus ableiten.

Projektelemente

  1. Analyse von betrieblichen Praxisbeispielen zur Aufwertung von Basisarbeit im Dienstleistungsbereich
  2. Identifikation von Voraussetzungen für gute Basisarbeit mit relevanten arbeitsmarktpolitischen Akteur:innen
  3. Entwicklung von gewerkschaftlichen und politischen Handlungsansätzen

Das Vorhaben baut auf dem Studien- und Dialogprojekt „Basisarbeit in der Transformationsgesellschaft” auf.

Zuwendungsgeber

Projektleitung

Johanna Siebert

Senior Projektmanagerin

Mara Buchstab

Projektmanagerin

Projektteam

Sören Hellmonds

Junior Projektmanager

Kommunikation

Eltje Kunze

Junior Kommunikationsmanagerin

Wir entwickeln und debattieren Ideen für den gesellschaftlichen Fortschritt – und bringen diejenigen zusammen, die sie in die Tat umsetzen. Unser Ziel als Think Tank: das Gelingen einer gerechten Transformation. ▸ Mehr erfahren