Tag Archive for Politische Kultur







Zukunft der Demokratie Wir in den Medien Debattenbeitrag ‚Pegida‘ protests attract attention abroad Analysis by Hanno Burmester for Czech online magazine Česká pozice
15. Januar 2015 | Hanno Burmester

Policy Fellow Hanno Burmester provided an analysis for the Czech online magazine Česká pozice. Pointing out the difficulties German parties face by growing distrust in old-fashioned party politics, a polarization of the public debate on immigration and asylum and the rise of various forms of (right wing) populism – as currently visible with the anti-Islam demonstrations of ‚Pegida‘ across Germany – he concludes:
The support for democracy is never a given. It has to be established continually – in every country.







Zukunft der Demokratie Progressive Mehrheit Wir in den Medien Unterschiedliche Parteikulturen sind die größte Gefahr für Rot-Rot-Grün Gastbeitrag im Tagesspiegel
15. Dezember 2014 | Regina Michalik | Hanno Burmester

Rot-Rot-Grün in Thüringen vereint drei Parteien mit unterschiedlichen politischen Kulturen. Regina Michalik und Policy Fellow Hanno Burmester analysieren im Tagesspiegel: Hierin liege das größte Problem der Regierung Ramelow – nicht bei den Inhalten. Denn kulturelle Unterschiede könnten nicht einfach wegverhandelt werden.
Der Artikel stützt sich auf Diskussionen im Projekt „Legitimation und Selbstwirksamkeit: Zukunftsimpulse für die Parteiendemokratie“, das überparteilich und interdisziplinär angelegt ist und gemeinsam von der Heinrich-Böll-Stiftung, der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Progressiven Zentrum getragen wird.







Progressive Mehrheit Debattenbeitrag Egal ist das Ende
20. September 2013 | Tim Renner

Es war immer ein Mittel der Unterdrückung, den Status Quo zu zementieren. Egal ob die Kirchen des Mittelalters den Bauern suggerierten, ihr armseeliges Leben auf den Lehen sei gottgewollt und im Himmel würde die Belohnung warten, oder jungen Männern in der preußischen Armee das Rückgrad gebrochen und der Gehorsam gelehrt wurde – es ging immer darum, die bestehende Ordnung zu sichern und Veränderung zu verhindern.
Pop und Rock’n’Roll funktionieren genau andersherum. Seit jeher geht es dort darum, das Existente in Frage zu stellen, Neues zu versuchen. Rock’n’Roll erschütterte die starre Nachkriegsordnung mit zuvor ungehörten Rhythmen, die Beatnik und Hippie Bewegung stellte die Gesellschaft in Frage, Punk erschütterte die Post-Revoluzzer-Gemütlichkeit, mit Techno und Hip Hop wurde der Exzess dem politisch korrekt gewordenen Establishment entgegen gestellt. Pop und Rock’n’Roll war immer auch Ausdruck von Veränderung und Freiheit.
Nun finden wir an jeder Straßenecke ein Zeichen des Stillstands. Die Kanzlerin hat keine Botschaft mehr, außer dass es darum geht, Veränderung zu verhindern. Alles und jeder wird umarmt (sogar der Kontrahent im „Kanzlerduell“). Es gibt kein Dagegen mehr, nur ein gemeinsam zu wahrenden Status Quo. Was früher Aufstand war, wird vom Establishment vereinnahmt und so wurde Bushido CDU Bundetagspraktikant, genauso wie Mietze von Mia jetzt neben dem menschenverachtenden Zyniker Bohlen bei DSDS Platz nehmen wird. Alles ist scheinbar Egal geworden.
Wer mit Pop und Rock’n’ Roll groß geworden ist, darf sich von diesem Mainstream der Gleichgültigkeit nicht lähmen lassen. Gerade jetzt geht es darum zu zeigen, dass die Kultur die uns geprägt hat eine der Veränderung ist. Sie hat uns Freiheit gelehrt und somit den Weg gezeigt über das Existente hinaus zu denken. Natürlich ist da eine gewaltige Wand des Stillstands, aber gerade jetzt müssen wir Anlauf nehmen und dagegen rennen. Sie wird beim ersten Mal wohl nicht umfallen, aber wenn wir nicht anfangen, bleibt sie immer stehen. Wir sind es uns und dem Pop und dem Rock’n’Roll schuldig. Dies ist ein Wahlaufruf.

 
Tim Renner ist Musikproduzent, Journalist und Autor. Er war einer von 70 Erstunterzeichnern des
#bewegungjetzt-Aufrufs. Der Text ist zuerst erschienen auf www.geht-auch-anders.de