Zukunft der Demokratie

Religiöse Vielfalt lokal gestalten

Neuer Good Practice Guide stellt Handlungsempfehlungen für religiöse Vielfalt im Alltag dar


Die religiös-weltanschauliche Vielfalt ist konstitutiv für eine lebendige und moderne Demokratie und eine Quelle für sozialen Fortschritt. Der „Good Practice Guide Religiöse Vielfalt lokal gestalten“ macht Mut, die religiös-weltanschauliche Vielfalt im eigenen Umfeld als soziale Ressource zu entdecken und die Diversitätsarbeit aktiv zu gestalten.


Die Gestaltung religiös-weltanschaulicher Vielfalt ist eine politische und gesellschaftliche Aufgabe, für die Diversität als Ressource dient. Die vorgestellten im Good Practice Guide vorgestellten Good Practice-Anwendungen richten sich vor allem an AkteurInnen auf lokaler Ebene, wie in Schulen, Gemeinden, Unternehmen, Behörden, und in den Medien.

Der Guide präsentiert Handlungsansätze, die für unterschiedliche gesellschaftliche Settings in unterschiedlicher Weise sinnvoll sind. Dabei unterscheidet die Autorin Lucie Kretschmer zwischen homogenen und heterogenen Räumen. Homogenität ist oft, aber nicht immer, im ländlichen Raum zu finden. Heterogenität findet man meist in Städten. 


 

„Good Practice Guide Religiöse Vielfalt lokal gestalten“

Der Guide von Lucie Kretschmer zeigt auf, wie Organisationen und Institutionen auf lokaler Ebene auf unterschiedliche Weise zu religiös-weltanschaulicher Toleranz und Wertschätzung beitragen können.

 

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Fünf grundlegende Handlungsansätze

  • Es gilt zum einen, positive Beispiele für religiöse Vielfalt sichtbar zu machen, anstatt den Problem-Fokus der Debatte um Diversity zu reproduzieren. Positive Erzählungen von Diversität können gesellschaftliche Ängste abbauen und verbindendes Element sein. 
  • Zum anderen ist es wichtig, interreligiöse Kompetenzen auszubauen, weil sie die Grundlage einer offenen, pluralen Gesellschaft sind – wer die religiöse Alltagspraxis anderer versteht, übt sich leichter in Toleranz. 
  • Außerdem sind Begegnungen und Dialog von Menschen unterschiedlicher oder auch keiner Religion elementar. Die Möglichkeit zum Austausch und das Gestalten des Zusammenlebens durch gemeinsame Ziele, kann Vorurteile abbauen. 
  • Ein weiterer grundlegender Baustein sind institutionalisierte Formen der Begegnung von Menschen mit diverser Religiosität, wie gemeinsames Engagement in Initiativen und Projekten, von dem Synergieeffekte auf das zwischenmenschliche Verhältnis ausstrahlen können.
  • Schließlich sollten gleichberechtigte Teilhabe und Repräsentanz gestärkt werden. Wenn bei der Konzeption von Maßnahmen und Veranstaltungen die lokale religiös-weltanschauliche Zusammensetzung der Gesellschaft mitgedacht wird, kann genauer auf die Bedürfnisse der gesellschaftlichen Gruppen eingegangen und religiös-weltanschauliche Vielfalt normalisiert werden. 

Über die Autorin

Lucie Kretschmer promoviert an der Humboldt-Universität zu Berlin zu muslimischen Forderungen vor dem Bundesverfassungsgericht und ist Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung. Beim Progressiven Zentrum arbeitet sie als Visiting Fellow im Programmbereich Zukunft der Demokratie zu den Themen Religionspolitik und gesellschaftliche Pluralität. Zuvor arbeitete sie als Geschäftsführerin im Bereich Internationale Beziehungen sowie als Stiftungsmanagerin.

 

Zum Interview mit Lucie über Religiöse Vielfalt im Alltag

 


Der „Good Practice Guide Religiöse Vielfalt lokal gestalten“ ist eine gemeinsame Veröffentlichung des Progressiven Zentrums mit der Bertelsmann Stiftung.