Europa & die Welt Veranstaltung

Auftaktveranstaltung „TruLies – The Truth about Lies on Europe“

Podiumsdiskussion mit Keynote von Staatsminister Michael Roth MdB
Foto: DPZ

Am Abend des 16. Novembers 2015 fiel der offizielle Startschuss für „TruLies Europe“, ein gemeinsames Projekt vom Institut für Europäische Politik (IEP) und dem Progressiven Zentrum. Im Projektzentrum Berlin der Stiftung Mercator hielt der Projekt-Schirmherr Michael Roth MdB (Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt) vor dem Hintergrund der Anschläge in Paris eine Keynote vor etwa 100 geladenen Gästen.


Roth beschrieb eindrücklich die Gefahren, die von Populismus und antieuropäischen Bewegungen ausgehen und warb für überzeugende demokratische Antworten auf diese Herausforderung:

Es ist nicht neu, dass viele Politikerinnen und Politiker Getriebene von Populismus und antieuropäischen Bewegungen sind, die in Europa immer nur die Ursache und niemals die Lösung sehen. Dem kann man sich nicht nur mit guten Argumenten entgegenstellen, dafür braucht es auch Haltung.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung. Foto: DPZ

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung. Foto: DPZ

Gerade vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise und den Pariser Terroranschlägen vom 13. November 2015 sei ein Eintreten für europäische Werte wie Demokratie, Offenheit und Menschlichkeit sowie klare Bekenntnisse zur Europäischen Union nötiger denn je, sagte Roth. Er betonte außerdem, dass Europa als Wertegemeinschaft offensiver und glaubhafter vertreten und verteidigt werden müsse – gerade angesichts zunehmender anti-muslimischer Ressentiments. Roth fügte hinzu:

Wir brauchen ‚mehr Europa‘. Es gibt keine internationale Krise, die wir ohne ‚mehr Europa‘ lösen können. Es gibt keine Antworten auf Terrorismus und auch auf soziale Disparitäten, wenn wir uns in die nationalen Schneckenhäuser zurückziehen.

 

Von links nach rechts:

Von links nach rechts: Clara Herrmann MdA, Dr. Florian Hartleb, Leslie Nachmann, Johanna Marie Knothe und Dr. Funda Tekin. Foto: DPZ

Im Anschluss an die Keynote diskutierten Dr. Funda Tekin (IEP), Clara Herrmann MdA (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Florian Hartleb (Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V.) und Johanna Maria Knothe (TV-Autorin) unter Moderation von Leslie Nachmann (Nachrichtensprecherin) über rechtspopulistische und euroskeptizistische Argumente und Rhetorik. In der Begrüßung von Prof. Dr. Mathias Jopp (IEP) und Dr. Rana Deep Islam (Stiftung Mercator) sowie den Schlussworten von Dr. Tobias Dürr (Das Progressive Zentrum) wurde insbesondere die Notwendigkeit hervorgehoben, der Flüchtlingskrise auf europäischer Ebene solidarisch zu begegnen.

Das Projekt „TruLies – The Truth about Lies on Europe“ will eine wissenschaftliche Analyse der gängigen europaskeptischen und populistischen Behauptungen durchführen. Später sollen die Ergebnisse dieser Analyse in Form von kompakten Factsheets in die gesellschaftliche Debatte eingebracht werden. Dabei geht das Projekt davon aus, dass eine skeptische Betrachtung der EU nicht per se destruktiv wirken muss, jedoch einer Prüfung durch Fakten unterzogen werden sollte. Erste Ergebnisse werden im Laufe des nächsten Jahres erwartet. Gefördert wird das Projekt durch die Stiftung Mercator.





Sven Altenburger


Event Date

16. November 2015


Place

Berlin


Schlagwörter

EUEuropaEuropa & die WeltEuropäische IntegrationPopulismus