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Wissenschaftlicher Beirat von Das Progressive Zentrum über die Zukunft der SPD
Foto: Wikicommons / OTFW / CC BY-SA 1.0

Wolfgang Merkel und Wolfgang Schroeder, Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat bei Das Progressive Zentrum, schreiben in einem Gastbeitrag für Der Tagesspiegel über die Zukunft der SPD nach der Bundestagswahl. Ihr Tenor: Der Platz der SPD in der deutschen Politik ist nicht die Zuschauertribüne.


Die SPD steht nach der Bundestagswahl und der erneuten Wahlniederlage vor dem Dilemma, sich zwischen Oppositionsarbeit und Regierungsverantwortung entscheiden zu müssen. Wolfgang Merkel und Wolfgang Schröder kommentieren die Verunsicherung, die nach der Wahl in der Partei über die Rolle und Identität herrscht:

Die alte, neue Macht der großen Unternehmen, die Abwanderung der Arbeiter und kleinen Leute zu den Nichtwählern, der Union und den Rechtspopulisten, die Sozialkritik von links und die ökologischen Vorhaltungen der Grünen aus der bürgerlichen Mitte (…) strukturiert und begrenzt zugleich den politischen Raum, der von der Sozialdemokratie besetzt werden kann, wenn alles so bliebe wie es jetzt ist.

Um sich aus diesem Dilemma zu befreien, sehen beide Autoren die Rolle der SPD in einer künftigen Regierung. Sie müsse sich dort vor allem für Themen wie Rente, Mieten, Pflege, Gesundheit, Bildung, Investitionen und eine humanitäre und sozialverträgliche Einwanderungspolitik einsetzen. Einen Widerspruch zwischen Regierungsverantwortung und innerparteilicher Erneuerung sehen Wolfgang Merkel und Wolfgang Schröder dabei nicht:

Für eine souveräne Partei, die sich als Gerechtigkeits- und Fortschrittspartei versteht, gehören Koalitions- wie Regierungsfähigkeit mit politischer Erneuerung zusammen.

Dieser Beitrag erschien zuerst in Der Tagesspiegel.





Lukas Kögel


Wolfgang Schroeder


Wolfgang Merkel


veröffentlicht am

15. Dezember 2017


Schlagwörter

SozialdemokratieSPD