Zukunft der Demokratie Wir in den Medien

Policy Fellow setzt Thema Framing auf die Agenda

Johannes Hillje bei ZDF heute plus, Tagesthemen, und auf SZ.de zur Instrumentalisierung von Sprache durch Politik
Foto: Erik Marquardt

„Masterplan“, „Transitzentren“, „Asyltourismus“ – wo Sprache ist, ist meist auch Subtext. Das Konzept des „Framing“ in der Politikforschung beschreibt diesen Subtext, der bewusst kreiert werden kann: dem Gesagten wird ein Assoziations- und Deutungsrahmen gegeben. Framing wird von den Rechten zunehmend eingesetzt, um implizite Wertungen und vermeintliche Lösungsansätze zu liefern.


Frame-Check

Im Rahmen der „Framing-Check“-Serie der Süddeutschen Zeitung analysiert Policy Fellow Johannes Hillje den Begriff „Masterplan.“ Bundesinnenminister Seehofers im März geschaffener Begriff „Masterplan Migration“ wurde von manchen Medien gedankenlos übernommen. Doch der Begriff „Masterplan“ kommt aus der Stadtplanung und suggeriert Handlungsfähigkeit und Kontrolle – im Zusammenhang mit der globalen Herausforderung von Flucht und Migration eine unrealistische Behauptung.

Den vollständigen Artikel auf SZ.de können Sie hier lesen.

Framing in der Flüchtlingsdebatte

In den Tagesthemen betonte Johannes Hillje die Bedeutung von politischem Framing in der aktuellen Debatte um die Flüchtlingspolitik, so zum Beispiel mit den Begriffen „Asyl-Tourismus“ oder „Flüchtlingswelle“, die mit den Assoziationen von Hörern spielen. „Flüchtlingswelle“ suggeriert eine unaufhaltsame Naturgewalt, die wiederum zu einem Diskurs über Sicherheit leitet.

Sehen Sie hier den Ausschnitt aus den Tagesthemen (Sendung vom 04.07.2018):

 

 

Transitzentren sollten Rückweisezentren heißen

Im Interview bei ZDF heute plus erklärt Johannes Hillje, dass Framing im rechten politischen Diskurs häufiger verwendet wird als im links-progressiven Spektrum. Er plädierte dafür, dass Medien nicht nur Fact-Checking betreiben sollten, sondern auch Frame-Checking. Zudem erläutert er, warum es nicht „Transitzentrum“, sondern „Rückweisezentrum“ heißen müsste.

 

Sehen Sie hier die ganze Sendung (04.07.2018)

 





Johannes Hillje


Serafine Dinkel


veröffentlicht am

6. Juli 2018


Schlagwörter

FramingPopulismusRechtspopulismus