Leben & Arbeiten

Mut zum Weiterdenken: Die Arbeitswelt von morgen



Mit einer Abschlussveranstaltung in der FES ist im November 2015 eine Phase intensiver Diskussion zum Thema „Arbeit – Leben – Fortschritt: Progressive Ideen für die Arbeitswelt von morgen“ im Progressiven Zentrum zu Ende gegangen. Der DenkraumArbeit präsentierte mit seinen ‚10 Müggelseer Thesen‘ Vorschläge zur Gestaltung einer Arbeitswelt, die neue Orientierungen braucht, wenn sie mit den veränderten Anforderungen der Wirtschaft auf der einen und den Bedürfnissen der Beschäftigten auf der anderen Seite Schritt halten will.
Die hochgesteckten Ziele des Projekts spiegeln die Freiheit des Denklabors, das die Anschlussfähigkeit an konkrete Bedingungen nicht ganz aus den Augen verlieren darf, aber auch nicht kleinkarätig beachten muss. Ein vorrangiges Anliegen der AutorInnen ist es, bei der Gestaltung der Arbeitswelten von den Ansprüchen der Menschen auszugehen, überholte Zwänge aufzubrechen und neue Freiheitsräume zu erschließen. Im Vordergrund steht dabei die „Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und der Sorge für die Familie, für die Pflege älterer Angehöriger, für Weiterbildung, Ehrenamt sowie Entschleunigung und Regeneration“.

Der Umfang dessen, was bei der Neugestaltung bezahlter Arbeit mitgedacht werden soll, intensiviert die Erwartungen aus feministisch-ökonomischer Perspektive. Noch erscheint die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die zu keiner Zeit das Interesse industriellen Wirtschaftens gewesen ist, vor allem als ein Anliegen von berufstätigen (Familien)Frauen. Jahrhunderte lang fungierten Frauen als ‚bessere Hälfte‘ von Männern, die zugunsten produktiver Arbeit von der Pflicht zu häuslicher Fürsorge für Kinder und Alte entlastet waren.

Erwartungen

Bis in die Gegenwart begnügt sich die akademische Fachdisziplin mit der Fiktion, der Haushalt als Grundbaustein des Wirtschaftens sei identisch mit einem (Güter)Produzenten als Familienernährer. Wie ein Zerrspiegel verbirgt diese Gleichsetzung ein Geschlechterverhältnis, das Frauen und ihre Arbeit in die Unsichtbarkeit verbannte. Das Haushaltsinnere ist auch heute noch ökonomisch eine Leerstelle, Dienstleistungen für die Familie besitzen das Flair der ‚Prosumtion‘, d.h. der Zurüstung von Kaufgütern für den Verbrauch. Zugunsten selbstverdienten Gelds arrangieren sich Frauen oft genug mit den schlechtesten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt und laden doppelte Last auf ihre Schultern.

Obwohl das traditionelle Geschlechterarrangement noch immer gelebt und sogar befürwortet wird, hat die Realität der Lebenswelt die ursprüngliche Konstellation industriellen Wirtschaftens und damit die Ausgangsposition der Fachdisziplin längst hinter sich gelassen. Eine Vielfalt möglicher Familienformen verdrängt das traditionelle Standardmodell aus der Lebensplanung jüngerer Paare. Erwerbsarbeit von Frauen bis hin zu gleichen Erwerbsquoten von Männern und Frauen ist nicht nur akzeptiert, sondern i.S. von Wirtschaftswachstum und Wohlstandsentwicklung auch politisch erwünscht.

An der Gepflogenheit, die Familie offiziell als Ort von Freizeit und Konsum zu betrachten, hat sich dadurch wenig geändert. Auch wenn Begriffe wie Erziehungs’urlaub‘ nach vielfältigem Protest von Frauenverbänden und Ökonominnen in Erziehungs’zeit‘ umgewandelt wurden, ist es immer noch unüblich, den Zeitbedarf für die Generationensorge als Zeit für Arbeit anzusehen. Diese Einschätzung hat weitreichende Folgen.

Es kommt einem Paradigmenwechsel gleich, Erwerbsarbeit und Familienaufgaben aufeinander zu beziehen und ineinander zu verzahnen. Die Müggelseer Texte verfolgen das Ziel, Schnittstellen aufzuzeigen und Reformen in Gang zu setzen, die Freiräume für Familienaufgaben schaffen, ohne die Autonomie der Einzelnen zu beeinträchtigen. Als Individuen jeglichen Geschlechts sollen die Beschäftigten ein Potenzial von unbezahlter Sorgearbeit bereitstellen, das für die Generationensorge und den Erhalt des sozialen Zusammenhalts im Alltag unverzichtbar ist.

Mut zum Umdenken?

Unter dieser Voraussetzung ist es quasi selbstverständlich, dass sich der DenkraumArbeit mit Aspekten der Gleichstellung befasst. Dabei nimmt er vorweg, was er als Grundlage einer neuen Ära ökonomischer Entwicklung voraussetzt: jeweils individuell haben Männer und Frauen in gleicher Weise die Integration von Familienaufgaben in ihr Arbeitsleben bereits vollzogen.

Die Hypothese, der angepeilte Abbau von Geschlechterrollen eigne sich als Schablone für die Gestaltung der Arbeitswelt von morgen, entspricht jedoch (noch lange?) nicht der Realität. Selbst in Ländern wie Norwegen oder Schweden, wo die Überwindung patriarchaler Grundstruktur hohe Priorität besitzt, investieren Männer nach wie vor weniger Zeit in die Familie als Frauen. Auch an der Segregation der Arbeitsmärkte hat sich wenig geändert. Sie blockiert die Angleichung der Chancen auf vergleichbare Erwerbs- und Alterseinkommen.

Angesichts der Hartnäckigkeit des traditionellen Geschlechterarrangements erhebt sich die Frage, ob der größere Wurf einer Wahlarbeitszeit für alle anstelle einer zunächst geplanten Ausdifferenzierung familienbezogener Arbeitszeiten bzw. einer kürzeren Vollzeit dem Anspruch des Projekts gerecht wird, im Wechselspiel zwischen Arbeit und Leben neue Freiheitsräume zu eröffnen. War das unterschiedliche Engagement von Frauen und Männern für Familie und Sorgearbeit doch eine der wichtigsten Ursachen für Beschleunigung und Zeitnot im modernen Alltagsleben!

Wir brauchen neue Deutungsmuster

Vielleicht hätte der Denkprozess andere Ergebnisse hervorgebracht, wenn sein Ausgangspunkt das Geschlechterverhältnis gewesen wäre anstelle einer Arbeitswelt, die von Seiten feministischer Ökonomie von jeher der Blindheit gegenüber den Unterschieden zwischen den Geschlechtern geziehen wurde. Einem Denklabor zur Gestaltung von Arbeit und Leben im 21. Jahrhundert wäre zuzumuten gewesen, Differenzen auszuweisen, anstatt sie auszublenden. In der Analyse der Ausgangslage fehlt der Hinweis auf die Bedeutung des industriellen Grundbausteins für die bezahlte und unbezahlte Arbeit von Frauen.

Als hart erkämpfte Errungenschaft der Arbeiterbewegung war das Arbeitsverhältnis des männlichen Ernährers auf den Konsumbedarf und die soziale Sicherung der ganzen Familie ausgerichtet. In dieser Funktion war und blieb es ein Monument des Fortschritts im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert. Gleichwohl ist der industrielle Grundbaustein Ausdruck der formbildenden Norm der bürgerlichen Familie. Er verwies Frauen in den Status der Angehörigen, machte ihren Erwerb zum Zuverdienst und ihre Sorgearbeit zum Unterhaltsbeitrag. In diesem Sinne bestätigte er sowohl den Ausschluss von Frauen als auch die Ausblendung ihrer Arbeit aus dem ökonomischen Horizont der industriellen, auf die Steigerung der Arbeitsproduktivität männlicher Produzenten zugeschnittenen Wirtschaftsweise.

Wir brauchen präziseres Hingucken und neue Deutungsmuster, um den gesellschaftlichen und sozialen Wandel im 21. Jahrhundert in Strategien umzumünzen, die in der Lage sind, die Eindimensionalität industriellen Wirtschaftens in eine offene Zukunft zu überführen. Im Interessenkonflikt zwischen Kapital und Arbeit vertrat der männliche Familienernährer den Anspruch der Lebenswelt auf menschenwürdige Existenzbedingungen. Angesichts der Vielgestaltigkeit von Haushalts- und Familienformen in Gegenwart und Zukunft verschwindet sein Status als Repräsentant der Seinen jedoch unumkehrbar in vergangenen Zeiten.

Gleichstellung als Projekt der Individualisierung – nicht nur von Frauen

Die europäische Gleichstellungspolitik besaß in den vergangenen Jahrzehnten für die Umsetzung der Gleichberechtigung von Mann und Frau eine Vorreiterrolle. Obwohl modernes Gender Mainstreaming auf ‚alle Ebenen‘ ausgerichtet ist, war die Stärkung der Erwerbsbeteiligung von Frauen dabei das vorrangige Ziel. Die ‚private‘ Seite des Wirtschaftens als Facette von Sozial- und Familienpolitik blieb weitgehend in der Zuständigkeit der Mitgliedsländer der europäischen Gemeinschaft.

Dieser Ansatz entspricht dem Charakter der EU als Wirtschaftsunion, greift jedoch grundsätzlich zu kurz, um Ungleichheiten an der Wurzel zu packen. Symptomatisch ist der frühe Einstieg in Gleichstellungspolitik über die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit (Artikel 119 der Römischen Verträge 1957), der auf die Abschaffung familienbezogener Lohnfindung gemünzt war. Man wollte verhindern, dass Zuschläge für Männer bzw. Abschläge für Frauen in der neu gegründeten europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu Wettbewerbsverzerrungen führten.

Die Trennung von Familie und (Erwerbs)Arbeit zugunsten wirtschaftlichen Wachstums musste auch das Geschlechterverhältnis in Haushalt und Familie in einem neuen Licht erscheinen lassen. Die Zeit war gekommen, um die alten, aus dem 19. Jahrhundert stammenden Vorstellungen zu revidieren, die auf die ökonomische Abhängigkeit von Frauen und die Verfügbarkeit ihrer Arbeit zugeschnitten waren. Es war nicht plausibel, Gleichstellung auf Erwerbsarbeit zu beschränken, während die ‚Freizeit‘ der Arbeitnehmer der traditionellen Geschlechterordnung verhaftet blieb.

Doch die Soziale Marktwirtschaft der BRD tat sich schwer damit (und schwerer als viele andere Länder), die paternalistischen Grundlagen ihres Sozialstaats an den Wandel der Zeiten anzupassen. Beharrlichstes Beispiel für das Festhalten am Haushaltsmodell des Familienernährers war und ist das Ehegattensplitting in der Einkommensbesteuerung. Bis 1958 hatte man die Einkünfte von Ehegatten addiert und sie dem Mann als Ernährer und Vertreter der höheren Einheit Familie zugerechnet. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts 1957 widersprach diese Regelung dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes.

Der deutsche Gesetzgeber hat sich nicht dazu durchgerungen, Männer und Frauen im Rahmen eines gemeinsamen Haushalts steuerlich als Individuen zu betrachten. Die Regelung, dass auch Frauen als Vertreterin von Familie auftreten können, wenn sich  Ehegatten einig sind und die Frau genügend Geld verdient, brachte keinen substantiellen Fortschritt. An der ökonomischen Unsichtbarkeit der Arbeit für die Haushaltsmitglieder änderte sie nichts. Zwar gilt unbezahlte Sorgearbeit nicht mehr unbesehen als weibliche Familienpflicht, doch noch immer ist sie fest verankert in den Kategorien Freizeit und Konsum des – einst auf den männlichen Familienernährer zugeschnittenen – Gesellschaftsmodells des globalen Markts.

Geschlechterverhältnis und sozialer Fortschritt in der Arbeitswelt von morgen

Seit Jahren öffnet sich die Schere der verfügbaren Einkommen zwischen verschiedenen Schichten und Haushaltsgruppen. Die Ursachen sind komplex, sie werden gelegentlich beklagt, doch wurden sie bisher weder hinreichend beforscht noch sichtbar gemacht. Einflussfaktoren sind neben der ökonomischen Entwicklung das Geschlechterverhältnis und der demografische Wandel.

Diese Entwicklung muss ins Visier genommen werden, wenn die Solidarität zwischen den Generationen gewahrt bleiben soll. Dabei darf der nicht-monetäre Bereich des Wirtschaftens nicht länger ausgespart bleiben. Schon immer waren die Haushalte von Alleinerziehenden und größeren Familien gefährdeter als andere Gruppen, in der Einkommensentwicklung zurückzubleiben. Die Erklärung dafür ergibt sich quasi naturwüchsig aus einem Verständnis von Arbeit, das nach wie vor tief verstrickt ist in die Konzepte und Strukturen vergangener Zeiten.

Die schrumpfenden Ressourcen für die sog. soziale Reproduktion gehören zu den makabersten Erscheinungsformen der fehlenden Verbindung zwischen Arbeit und Leben im wachstumsbesessenen globalen Markt. Immer größere Teile der Generationensorge (Zeit und Geld) entfallen auf den weiblichen Teil der Bevölkerung, dessen Anteil an der Wohlstandsentwicklung keineswegs Schritt hält mit der wachsenden Erwerbsintegration von Frauen und Müttern. Es versteht sich von selbst, dass auch die Lebenschancen der nachwachsenden Generation davon nicht unbehelligt bleiben werden.

Verantwortlich ist nicht nur der sog. Gender Pay Gap, sondern vor allem die geringere Bezahlung von Tätigkeiten im Dienstleistungsbereich. Frauenberufe sind vorrangig in ‚unproduktiven‘ Sektoren angesiedelt, deren Wertschöpfung geringer ist als die nach wie vor (weitgehend) den Männern vorbehaltene, im klassischen Sinn produktive Industriearbeit. Angesichts realer Entwicklungen hatten bisher die zahlreichen Absichtserklärungen zur Aufwertung von Frauenarbeit vor allem symbolischen Wert.

Regelmäßig liegen Tarifabschlüsse im Produzierenden Sektor höher als diejenigen im Bereich der von Frauen bevorzugten Dienstleistungen. Ohnehin sind überproportional viele von Frauen besetzte Arbeitsplätze nicht tarifgebunden. Auch der Mindestlohn wird an den Verwerfungen zwischen den Geschlechtern nichts ändern. Nicht umsonst hat eine breite Frauenöffentlichkeit im Frühjahr 2016 zum ersten Mal dazu aufgerufen, neben dem international etablierten Equal-Pay-Day auch einen Equal-Care-Day einzurichten.

Weichen stellen

Mehrfach und mit Nachdruck distanzieren sich die Müggelseer Texte vom Leitbild des männlichen Familienernährers, dessen Konturen über Jahrhunderte die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik geprägt haben. Sie fordern neue Denkansätze und Maßnahmen, um auch solchen Arbeits- und Erwerbsformen gerecht zu werden, die im alten System nicht mitgedacht waren. Dabei entsteht der Eindruck, als sei auch der Situation der Frauen Genüge getan.

Die Strukturen der Arbeits- und Lebensbedingungen von Männern lassen sich jedoch nicht unbesehen übertünchen wie ein lästiger Fleck auf dem Banner des angesagten Fortschritts. Das industrielle Wirtschaftsmodell behandelt Haushalt und Familie keineswegs als Arbeitsplatz der Hausfrau, sondern als Ort von Freizeit und Konsum des Hauptverdieners. So wertet z.B. das Zahlenwerk der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) Sorgearbeit nicht als Äquivalent von Arbeit, sondern bilanziert die dafür aufzuwendenden Ressourcen (Zeit und Geld) als Minderung des Haushaltseinkommens.

Unter einem Stichwort Care haben feministische Ökonominnen ihre Fachdisziplin sehr früh und sehr eindringlich nach der wirtschaftlichen Bedeutung tätiger Fürsorge befragt. Wer braucht, wer erbringt, wer finanziert Sorgearbeit, welche Bewandtnis hat die Unsichtbarkeit von Frauen und die konzeptionelle Unvereinbarkeit von Familie und Beruf? Die Antwort steht immer noch aus. Beharrlich versperrt der blinde Fleck im Kanon ökonomischen Denkens den Blick ins Innere des wirtschaftlichen Grundbausteins und behindert die Versuche, das Verhältnis von Arbeit und Leben zugunsten lebendigen Lebens neu zu konzipieren.

Fingerzeige

Mit Bedauern nimmt man zur Kenntnis, dass für die Autoren im DenkraumArbeit ungeachtet aller Herausforderungen ein neues Leitbild für eine fortschrittliche Arbeitsgesellschaft nicht greifbar geworden ist. Gleichzeitig erhebt sich die Frage, ob Fenster und Türen des Denklabors offen genug waren, um auch Impulsen aus dem ungesteuerten Diskurs des Alltags Einlass zu gewähren.

Die Ideen der Müggelseer Texte wollen u.a. zur Hebung bisher nicht nutzbarer Arbeitszeitpotentiale beitragen. Demgegenüber sollte nicht übersehen werden, dass angesichts wachsender Verdichtung ihres Alltags viele ZeitgenossInnen lieber weniger als mehr LebensZeit in Erwerbsarbeit investieren würden. Ungeplant und unverhofft sammelte die New York Times im Frühjahr 2016 das ganze Spektrum möglicher Sichtweisen zum Management von Erwerbs- und Sorgearbeit im Lebenslauf von Menschen beiderlei Geschlechts.

Innerhalb kürzester Zeit kommentierten mehr als 1000 ZeitungleserInnen den Appell von Melinda Gates, Vorsitzende der Bill und Melinda Gates Foundation, unbezahlte Arbeit zu reduzieren und neu zu verteilen, um die Zeitnot von Frauen zu lindern. Nicht nur Frauen votierten für die Gleichverpflichtung von Männern für Aufgaben außerhalb bezahlter Arbeit. Andererseits waren es vor allem Frauen, die mit unerwarteter Vehemenz für die Sicherung und Absicherung von Freiräumen für Sorgearbeit im Dienst der Familie plädierten. Tätige Fürsorge lasse sich weder an schlecht bezahlte Hilfskräfte delegieren noch durch technische Aus- und Aufrüstung ersetzen.

Die Überzeugung war allgegenwärtig, Arbeit sei nicht gleichbedeutend mit Erwerbsarbeit, auch zu Hause werde gearbeitet. Sehr präzise artikulierte eine Kommentatorin die Frage nach den Strukturen einer Gesellschaft, deren Priorität nicht darin besteht, möglichst alle Erwachsenen zu Beschäftigten seelenloser Wirtschaftsunternehmen zu machen. Sie lobte Melinda Gates für ihre Initiative, gab jedoch zu bedenken, dass die Umsetzung ihrer Vorschläge vielleicht mehr Schaden als Nutzen bringen würde.

Der Link zum ‚Upshot‘ der NYT kursierte in Windeseile rund um den Erdball unter feministischen Ökonominnen. Er möge dazu dienen, über eine Wirtschaftsweise nachzudenken, die sich nicht mit Haut und Haaren dem Wachstum von Güterproduktion und Wohlstand verschrieben hat, sondern Raum lässt für die Bedürfnisse lebendigen Lebens.


Weitere Informationen zum Projekt DenkraumArbeit gibt es auf der Projektseite www.denkraumarbeit.de