Progressive Mehrheit Veranstaltung

Franziska Giffey und Robert Habeck diskutieren bei Berliner Sommernacht

Sommerfest von Das Progressive Zentrum zieht rund 1.000 Gäste an


Die beiden SpitzenpolitikerInnen debattierten unter anderem die sich verändernde Diskussionskultur, Integrationsfragen und warum gesellschaftlicher Fortschritt so schwierig zu erreichen ist. Darüber hinaus präsentierte Das Progressive Zentrum Höhepunkte der Programmbereiche und einige neue Köpfe.


Inspirierend, kurzweilig und progressiv – so war die Berliner Sommernacht 2018, das politische Sommerfest von Das Progressive Zentrum (DPZ). Vor rund 1.000 Gästen definierte DPZ-Geschäftsführer Dominic Schwickert die Leitfrage des Think-Tanks: „Wie wir gesellschaftlichen Zusammenhalt und Fortschritt künftig organisieren, ist letztlich die inhaltliche Klammer, die all unsere Projekte, Veranstaltungen und Aktivitäten miteinander verbindet.“

Anschließend bat er sechs DPZ-Köpfe auf die Bühne, die jeweils einen der drei Programmbereiche vorstellten: Zukunft der Demokratie mit Kübra Gümüsay, Visiting Fellow, und Hanno Burmester, Policy Fellow; Internationale Beziehungen mit Maria Skóra, Senior Projektmanagerin, und Alban Genty, Projektmanager; Strukturwandel mit Sabrina Schulz, Policy Fellow, und Max Neufeind, Policy Fellow. In jeweils ein bis zwei Minuten berichteten sie über Aktivitäten, Gestaltungsideen und was sie antreibt.

DPZ-Team auf der Berliner Sommernacht von Das Progressive Zentrum

DPZ-Fellows und MitarbeiterInnen: Hanno Burmester, Kübra Gümüşay, Alban Genty, Maria Skóra, Sabrina Schulz, Max Neufeind

Franziska Giffey und Robert Habeck zu Fragen des Fortschritts

Gleich darauf begann die Podiumsdiskussion, das programmatische Herzstück der Berliner Sommernacht. Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin, und Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, diskutierten, unter der Moderation von Elisabeth Niejahr, Chefreporterin der WirtschaftsWoche, die Frage:

In Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit: welche Richtung sollen wir dem Fortschritt geben?

Robert Habeck beschrieb eine Grundsatzentscheidung, die die Gesellschaft treffen müsse: „Wollen wir eine integrative Gesellschaft sein oder eine exklusive Gesellschaft? Und wenn es integrativ sein soll, dann müssen wir neu nachdenken wo öffentlicher Diskurs wie organisiert werden kann.“

Robert Habeck auf der Berliner Sommernacht von Das Progressive Zentrum

Auf Elisabeth Niejahrs Frage zum Umgang der Parteien mit gesellschaftlicher Unsicherheit, welche WählerInnen-Bewegungen und zum Teil Unzufriedenheit zur Folge habe, antwortete er: „In den Parteien muss die Erkenntnis durchsickern, dass die Bestätigung innerhalb der eigenen Reihen nicht das Funktionieren der Demokratie sichert.“

Wie mit jenen umzugehen sei, die als neue MitbürgerInnen zu uns kämen, jedoch nicht teilhaben würden und bei denen somit eine gute Integration ausbliebe, fragte die Moderatorin Franziska Giffey, die vor März 2018 als Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Neukölln amtierte:

„Unser Problem ist nicht die Internationalität, sondern vielfach die Bildungsferne. Die Aufgabe ist es, sich in die Lage der Betroffenen zu versetzen und sie zu unterstützen, auch wenn Zuhause nicht alles leicht läuft. Da muss man aber möglichst alle bei erwischen, weil man sonst immer die ‘Neid-Debatte’ hat: die kriegen und wir nicht. Es ist eine Debatte um Ressourcenverteilung.“

Franziska Giffey auf der Berliner Sommernacht von Das Progressive Zentrum

Robert Habeck skizzierte später in der Diskussion die Problematik um die Entscheidung vom Herbst 2015, die Grenzen Deutschlands nicht zu schließen. Unter großem Druck hätten diese schnell getroffen werden müssen. Er stimme zwar der Entscheidung zu, jedoch sei bei vielen Bürgerinnen und Bürgern dabei das Gefühl entstanden, keine Transparenz zu Verantwortlichkeiten und Entscheidungsfindungen zu erkennen. Dies, so Habeck, sei ein strukturelles Problem.

Franziska Giffey ging auf diese Analyse sein: „Der Fortschritt ist eine Schnecke und Menschen sind frustriert darüber, dass das so ist. Das hängt natürlich damit zusammen, dass Demokratie mühsam ist und wenn man alle beteiligt und ordentlich fragt, dann dauert es länger. Und wenn man das nicht macht, dann kommt der Vorwurf natürlich von der anderen Seite, dass es nicht genügend Beteiligung gab.“


Im Anschluss begann der ausgelassene Teil der Berliner Sommernacht, im Saal und im Innenhof tummelten sich viele Gäste aus Medien, Wissenschaft, Technologie, Kultur und der Zivilgesellschaft. Auch zahlreiche politische Persönlichkeiten, wie Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister, Lars Klingbeil, Generalsekretär der SPD, Ria Schröder, Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen und Anna Christmann, Mitglied des deutschen Bundestages für Bündnis 90/Die Grünen, waren unter den Gästen.

Ein großer Dank geht an die PartnerInnen des Abends, die dieses wunderbare Fest erst möglich gemacht haben:

Banner-Sommernacht

 

Alle Fotos von der Berliner Sommernacht: Jacob&Alex, 2018





Paulina Fröhlich


Vincent Venus


Datum der Veranstaltung

28. Juni 2018


Ort

Kalkscheune Berlin


Schlagwörter

Berliner SommernachtBündnis 90/Die GrünenFranziska GiffeyRobert HabeckSPD