Leben & Arbeiten Debattenbeitrag

Der DenkraumArbeit veröffentlicht seine Ergebnisse




Im DenkraumArbeit entwickeln rund 100 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Gewerkschaft und Zivilgesellschaft Antworten auf die Herausforderungen einer Arbeitswelt im Wandel. Nach anderthalb Jahren hat das gemeinsame Dialogprojekt des Progressiven Zentrums und der Friedrich-Ebert-Stiftung nun mit den „10 Müggelseer Thesen“ und einem Policy Brief seine ersten Ergebnisse vorgelegt.


Arbeitszeitpolitik, Zukunft der Arbeit im digitalen Wandel, Arbeitsmarkt, Einkommen, Soziale Sicherung sowie Qualifizierung und Weiterbildung – die Bandbreite der Themen, die im DenkraumArbeit in den vergangenen eineinhalb Jahren bearbeitet wurden, ist beachtlich. Nun liegen die ersten Ergebnisse des Dialogprozesses vor, die im Rahmen einer öffentlichen Fachdiskussion am 17. November in Berlin öffentlich präsentiert und im Anschluss mit Arbeitsministerin Andrea Nahles und Familienministerin Manuela Schwesig diskutiert wurden.

Foto: www.mark-bollhorst.de

Foto: www.mark-bollhorst.de

Die Ergebnisse aller Arbeitsgruppen sowie ausführliche Informationen zum Prozess, den Akteuren und Veranstaltungen finden sich in der Broschüre „Arbeit – Leben – Fortschritt: Progressive Ideen für die Arbeitswelt von morgen“. Herzstück des Prozesses sind jedoch die „10 Müggelseer Thesen“. Hier wird in knapper Form dargelegt, wie nach Ansicht der 100 ExpertInnen die vielen unterschiedlichen Interessen einer modernen Arbeitsgesellschaft zu verhandeln und in einen neuen Gesellschaftsvertrag zu überführen sind. Dazu gehören nach Einschätzung der AutorInnen einerseits die Bereitstellung individueller Entfaltungschancen durch Instrumente wie die Wahlarbeitszeit, ein unterstützendes Lebenschancenbudget zur selbstbestimmten Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit sowie ein individueller Rechtsanspruch auf Weiterbildung. Andererseits bedürfe es zukunftsfähiger Unternehmen, die durch ein steuerliches oder beitragsabhängiges Bonussystem zu guten Arbeitsbedingungen angespornt werden. Als Leitbild der zehn Thesen wird das Konzept der ‚Solidarischen Flexibilität‘ vorgeschlagen, für dessen Umsetzung nach Meinung der AutorInnen eine aktiver Staat und eine revitalisierte Sozialpartnerschaft dringend nötig sind.

Auf das Konzept der ‚Solidarischen Flexibilität‘ baut auch der Policy Brief „Ein neuer Steuerungsmix für die Arbeitswelt 4.0“ von Werner Eichhorst (Direktor für Arbeitsmarktpolitik Europa am Institut zur Zukunft der Arbeit) und Wolfgang Schroeder (Professor an der Universität Kassel) auf. Die beiden DenkraumArbeit-Mitglieder legen in dem Papier dar, wie gesundheits- und lernförderlichen Arbeitsbedingungen in einer sich rasant verändernden Arbeitswelt künftig gestaltet werden sollten. Nach ihrer Ansicht ist das zentrale Ziel sowohl aus Sicht der einzelnen Erwerbstätigen als auch der Unternehmen künftig der Aufbau und die Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit. Hier könnte und sollte ein Mix aus rechtlicher Regulierung, Wissenskampagnen und ökonomischen Anreizen ansetzen.


 

Alle Ergebnisse, Akteure und Veranstaltungen im Rahmen des DenkraumArbeit sowie weitere Meinungsbeiträge zur Arbeitspolitik finden Sie auf der Projektwebsite www.denkraumarbeit.de.