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"Anleitung zur Weltverbesserung. Das machen wir doch mit links"

14. Oktober 2010 _ Berlin
Das Progressive Zentrum stellt in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Aufbau-Verlag und der taz die Thesen von Robert Misiks neuem Buch zur Diskussion.

Dieser Ton ist ungewohnt - und wird dringend gebraucht. Mit seinem neuen Buch „Anleitung zur Weltverbesserung. Das machen wir doch mit links“ legt der renommierte Publizist Robert Misik, Mitglied des "Circle of Friends" des Progressiven Zentrums, das Manifest für einen neuen, ebenso positiven wie parteienübergreifenden Fortschrittsdiskurs vor. Dem unattraktiven Jammerton vieler Politiker und Intellektueller links der Mitte über die ewige Ungerechtigkeit der Welt setzt er eine dezidiert optimistische und zupackende Perspektive entgegen. Das macht sein Buch nicht nur zum Lesevergnügen, sondern auch zur Pflichtlektüre für alle Progressiven, die Wahlen gewinnen und (besser) regieren wollen. Robert Misik bringt es auf seiner Webseite auf den Punkt: „Niemand zwingt die progressiven Parteien, ungeschickt zu sein“.

Das Progressive Zentrum stellt in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Aufbau-Verlag und der taz die Thesen des Buches zur Diskussion:

Buchvorstellung und Gespräch: Anleitung zur Weltverbesserung. Das machen wir doch mit links

Datum: Donnerstag, 14. Oktober 2010, 19:00 bis 22:00 Uhr

Ort: Beletage der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin-Mitte

Mit:

Robert Misik, Publizist und Buchautor

Dr. Tobias Dürr, Vorsitzender des Progressiven Zentrums

Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

Benjamin-Immanuel Hoff, Die Linke, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Berlin

Moderation: Ulrike Herrmann, taz

Robert Misik, geboren 1966, lebt und arbeitet in Wien. Er kuratiert die Gesprächsreihe „Genial dagegen“ am Bruno-Kreisky-Forum für internationalen Dialog. Für seine Kolumnen (u.a. in „taz“ und „Der Standard“) und Sachbücher (z.B. „Gott behüte. Warum wir die Religion aus der Politik raushalten müssen“ und „Politik der Paranoia. Gegen die neuen Konservativen“) wurde Robert Misik 2008 mit dem Österreichischen Nationalpreis für Kulturpublizistik ausgezeichnet.

Zur Anregung hier ein kurzer Auszug aus „Anleitung zur Weltverbesserung. Das machen wir doch links“:

"Früher verstanden sich die Linken wie selbstverständlich als 'Kräfte des Fortschritts', und die Konservativen wurden als 'rückwärtsgewandt' wahrgenommen. Aber diese Differenz ist schon lange nicht mehr trennscharf - ja, man kann sogar behaupten, der Fortschritt habe die Seiten gewechselt. (...) 'Fortschritt' wird heute oft einfach mit wirtschaftsfreundlicher Innovation gleichgesetzt, die den Menschen mehr Stress bereitet und sie keineswegs glücklicher macht. Die Linke ging deshalb mental in Abwehrstellung. Aber das ist eine Falle. Einerseits, weil ein vergangenes Arrangement nicht einfach wiederhergestellt werden kann - die Uhr kann nicht zurückgedreht werden. Andererseits, weil wir auf neue Herausforderungen neue Antworten brauchen - auf Probleme wie die ökologische Krise, den Klimawandel, die Endlichkeit fossiler Ressourcen. Dasselbe gilt für die innere Auszehrung der Demokratie, den Verdruss an Parteien, das Desinteresse an Politik. Dem ist nur mit mehr Demokratie in der Demokratie zu begegnen. Alle diese Dinge verlangen nicht Verteidigung, sondern Verbesserung. Aber vielen Linken ist nicht nur die Orientierung auf die Zukunft abhanden gekommen, sondern mit dieser auch ihr Optimismus. Und das ist keine Kleinigkeit: Denn aus Optimismus resultiert Hoffnung und aus der Hoffnung die Entschiedenheit und Willenskraft, sich für etwas einzusetzen. Es waren immer die Optimisten, die die Welt verändert haben, niemals die Pessimisten, die von ihrer abgeklärten Gewissheit ausgegangen sind, dass ohnehin immer alles schlechter wird - oder immer alles gleich schlecht bleibt. Kurzum: Die Linke muss den Fortschritt zurückerobern."





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