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Obama at Manassas
März/April 2009 Zahlreiche Experten waren sich darin einig, dass die Wahl Barack Obamas zum Präsidenten eines jener "realignments" darstellte, das in den USA höchstens alle zwanzig Jahre vorkommt. Der Geograph und Stadtsoziologe Mike Davis modifiziert diese Analyse in der New Left Review: Obama selbst trat als post-ideologischer Kandidat an. Vielmehr handele es sich um ein "realignment" der Politik durch die Wirtschaft. Das Versprechen einer grünen Infrastruktur und die Nähe zum Google-Boss Eric Schmidt brachten Obama bereits den Beinamen "Silicon President". Wird die Informations- und Kommunikationswirtschaft die Old Economy im politischen Lobbygeschäft ablösen? Zum Artikel
Vers un krach du sujet néolibéral?
3. April 2009 In Le Monde analysieren Pierre Dardot und Christian Laval den Neoliberalismus als Verhaltensweise, der der gleichnamigen Wirtschaftsordnung zu Grunde liegt. Individuen wurden dazu angehalten, sich als miteinander konkurriende Unternehmen zu verstehen. Ein neues Vokabular verbreitete sich in politischen Diskursen. Aus dem Ideal der Selbstverwirklichung wurde die Akkumulation von Humankapital. Die Imperative der Mehrarbeit und des Merhrkonsums, die einen zentralen Teil dieser Subjektivität darstellen, machten die Krise erst möglich. Im "Management dieses neuen Selbst", so die Autoren, fand eine Kategorie keine Platz: das Gemeinwohl. Die Wirtschaftskrise bietet die Chance, dies zu ändern. Zum Artikel
This time I've come to bury Cool Britannia
29. März 2009 Im Observer blickt Stryker McGuire, der den Begriff "Cool Britannia" prägte, zurück im Zorn. Wo ist der politische und kulturelle Erneuerungswille geblieben, der im Zuge von Tony Blairs Wahlsieg im Jahr 1997 Progressive in ganz Europa beflügelte? Als Teil der kollektiven Selbstbefragung, die in Großbritannien grassiert, kommt McGuire zu dem Schluss, dass Standortfaktoren, die vor zehn Jahren als Stärken verbucht wurden, mittlerweile einer wirtschaftlichen Erholung des Landes im Wege stehen. Zum Artikel
Open Access oder "Open Enteignung"?
27. März 2009 Nachdem Jonathan Gray im Progressiven Forum ein engagiertes Plädoyer für Open Access veröffentlicht hat, erreicht die Debatte nun auch die taz. Rudolf Walther verweist auf die Aushöhlung von Autorenrechten, technische Kompatibilitätsprobleme von Online-Enzyklopädien und den drohenden Verlust des Kulturguts "Buch". Die Reaktionen auf Walthers Artikel waren zumeist kritisch. Zum Artikel
Rising to the Occasion
27. März 2009 Bleibt die Linke gerade jetzt, da sich die Krise zur weltweiten Depression auszuweiten droht, überzeugende Antworten schuldig? Das amerikanische Magazin The Nation geht dieser Frage in einem eigens eingerichten Forum nach, in dem führende, sich als Sozialisten verstehende Intellektuelle Stellung beziehen. Diese umfassende Bestandsaufnahme reicht von der Soziologin Saskia Sassen bis zum Geographen Mike Davis. Zum Artikel
Kritiker der ethischen Inkompetenz
21. März 2009 Anlässlich der Verleihung der Heinrich-Tessenow-Medaille an den amerikanischer Soziologen Richard Sennet veröffentlicht die taz Heinz Budes Laudatio. Sennetts Ideen, so Bude, helfen uns die globale Wirtschaftskrise besser zu verstehen, indem sie die Verhaltensweisen der Finanzmanager unter die Lupe nehmen. Deren Unterwerfung unter das Subjekt des Geldes offenbare die dahinterliegende Unfähigkeit allein zu sein. Man lebe in den spekulativen Erwartungen der Anderen. Sennett selbst bietet einen dreiteiligen Gegenentwurf an. Erstens sei die Wiederentdeckung des öffentlich agierenden Individuums von Nöten. Dieses müsse, zweitens, sein Handeln am Respekt für die Gemeinschaft ausrichten. Im Arbeitssektor solle es, drittens, weniger um flexible Projekte als um handwerklich verstandene Tätigkeiten gehen, die die Motivation zum Bessermachen aus sich selbst beziehen. Zum Artikel
Only a global fix will do
10. März 2009 Im Vorfeld des in London stattfindenden Finanzgipfels der G20-Staaten skizziert der britische Schatzkanzler Alistair Darling im Guardian seine Erwartungshaltung an eine international koordinierte Antwort auf die Krise. Er weist auf die Notlage der Staaten im südlichen Afrika, aber auch im Osten Europas hin. Darling spricht sich für eine größere Rolle des IWF aus, um diese Probleme zu lösen. Zum Artikel
Die Chancen nutzen
10. März 2009 Die WSI-Forscherin Simone Leiber präsentiert neue Vorschläge zur Weiterentwicklung des Gesundheitsfonds. Ihre Ideen zeigen, dass mit dem Modell des Gesundheitsfonds eine gerechtere und zukunftstauglichere Finanzierung des Gesundheitswesens trotz weiterhin steigender Gesundheitkosten erreicht werden kann. Sie plädiert unter anderem für eine vermehrte Integration der privaten KVs, eine größere Steuerfinanzierung und die Abschaffung von Zusatzbeiträgen und Überforderungsklausel. Zum Artikel

