Club der frohen Mütter
26. Mai 2009 Erwerbsarbeit trägt zum Lebensglück von Müttern bei. Was alle ahnten, wird in einer Studie des DIW empirisch untermauert. Überraschend ist jedoch, dass die subjektive Zufriedenheit bei Vollzeittätigkeit sogar höher als bei Teilzeitjobs ausfällt. Erklären lasse sich dies durch geringere Gehälter, niedrigere Stundenlöhne und weniger Verantwortung für Teilzeitkräfte. Diese Erkenntnis wirft wichtige Fragen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf. Ein anderes Ergebnis der Studie scheint weniger überraschend: Arbeitslose Mütter sind am unzufriedensten. Zur Studie
Elections européennes
25. Mai 2009 Le Monde macht heute mit einem Schwerpunkt zu den Europwahlen auf. Das Fazit fällt ernüchternd aus: seit 1979 haben die nationalstaatlich orientierten Wahlkämpfe wenig zu einer gesamteuropäischen Debattenkultur beigetragen. Während in Italien das Privatleben des Ministerpräsidenten am Pranger steht, wird die Wahl in den Niederlanden auf den Erfolg oder das Scheitern eines 2006 beschlossenen Einbürgerungstestes reduziert. Keine europäische Öffentlichkeit, nirgends. Zu den Artikeln
Climate Change and Congress
21. Mai 2009 Nun schließt sich auch der Economist den Befürwortern einer Kohlendioxid-Steuer an. So können Regierungen Anreize schaffen, bei denen es Konsumenten und Unternehmern obliegt zu entscheiden, an welchen Stellen sie ihre Emissionen reduzieren wollen. Im Vergleich zum Handel mit Emissionszertifikaten bieten sich Steuern als transparenteres und wirksameres Mittel im Kampf gegen den Klimawandel an. Zum Artikel
Platon hilft
20. Mai 2009 Die Suche nach einer nachhaltigen Wirtschaftsordnung in der Krise geht unvermittelt weiter. Melissa Lane, Autorin des Progressiven Forums, versucht im britischen Guardian das Paradox des Kapitalismus wenn nicht aufzulösen, dann doch zumindest so zu gestalten, dass dem Gemeinwohl kein Schaden entsteht: Wie lassen sich Werte wie Pünktlichkeit und Disziplin, die unsere Arbeitswelt auf der Angebotsseite bestimmen, mit der Forderung nach Konsum und gelebtem Hedonismus auf der Nachfrageseite in Einklang bringen? Lane plädiert für eine Renaissance der "citizenship", die, von Platon ausgehend, immer auch normative Güter produziert. Nur so können wir zu Koproduzenten einer ökologisch nachhaltigen Zivilgesellschaft werden. Zum Artikel
Armutsatlas Deutschland
18. Mai 2009 Der Paritätische Gesamtverband stellt seinen Armutsatlas Deutschland vor. Zum ersten Mal macht diese Form der Sozialberichterstattung es möglich, die regionalen Unterschiede der Armut in Deutschland zu berücksichtigen. In der Tat fällt eine Dreiteilung in ein relativ wohlhabendes Süddeutschland sowie relativ arme Regionen in Nordwest- und Ostdeutschland auf. Sollte die Arbeitsmarktpolitik deshalb regionalisiert werden? Was verheißen diese Statistiken für den Aufbau Ost im Jahre 19 nach der Wiedervereinigung? Zur Studie
Managing the health effects of climate change
14. Mai 2009 Von der Vision zur Notwendigkeit: Der vorsorgende Aspekt der Gesundheits- und Sozialpolitik wird sträflich vernachlässigt, wie eine Kommission mitteilt, die sich zu gleichen Teilen aus der medizinischen Fachzeitschrift "The Lance" und dem University College London zusammensetzt. Globale Phänomene wie der Klimawandel zwingen uns den überfälligen Ausbau des vorsorgenden Sozialstaates in Angriff zu nehmen. Hautkrebs, Infektionskrankheiten und grauer Star sind auch in Europa auf dem Vormarsch. Was wir jetzt tun müssen, um die Gesundheit unserer Kinder zu gewährleisten. Zur Studie
Taxing Wages 2008
12. Mai 2009 Die OECD liefert in ihrer Studie "Taxing Wages" bestechende Argumente für eine stärkere Steuerfinzianzierung des deutschen Sozialstaates. Da Sozialabgaben vom Geringverdiener bis zu den höheren Gehaltsklassen einheitlich sind - und oberhalb der Beitragsbemesssungsgrenze ganz entfallen - haben Spitzenverdiener eine prozentual geringere Abgabenlast. Darüber hinaus wird deutlich, dass die Einverdiener-Familie noch immer das Ideal der deutschen Finanz- und Sozialpolitik darstellt. Zur Studie
A New Germany?
Mai/Juni 2009 In der New Left Review veröffentlicht Perry Anderson eine kritische und streitbare Analyse der Berliner Republik. Sein Vergleich der Entwicklung in den neuen Bundesländern nach 1990 mit den Anpassungsprozessen in Osteuropa kommt zu einem überraschenden Schluss: Paradoxerweise führte gerade die Übernahme des westdeutschen Wirtschafts- und Sozialmodells, welches die Lebensstandards im Osten der Republik beträchtlich erhöhte, zu einer gefühlten Fremdheit im eigenen Staat. Der demografische Wandel verstärkte diese Befindlichkeiten noch. Wirtschaftlich lösten Prozesse der Kapitalentflechtung diesen Rheinischen Kapitalismus langsam ab. Dennoch, so Anderson, sei die Bundesrepublik eine relativ klassenlose Gesellschaft, in der das produzierende Tariflöhne zahlt um im Gegenzug vom Sozialfrieden zu profitieren. Im Bereich der Ideengeschichte falle die Zeitschrift Merkur als Stichwortgeber der Berliner Republik auf, deren langjähriger Herausgeber Karl-Heinz Bohrer eine "kreative Ästhetik des Staates" im Sinne hatte. In politscher Hinsicht wurde das Fünf-Parteien-System zum Faktum, das - trotz einer Mehrheit links von der Mitte - große Koalitionen auf Bundesebene begünstigt. Zum Artikel
Unternavigation
Diese Rubrik hat mehrere Unterseiten.

