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Equal opportunity is fantasy in any society this unequal
20. Juli 2009 Polly Toynbee moniert im Guardian, dass sozio-ökonomische Faktoren auch nach zwölf Jahren New Labour über den Werdegang von Kindern in Großbritannien entscheiden. Statt sozialer Mobilität gilt nach wie vor das elterliche Einkommen als zuverlässigster Indikator der Zukunftschancen eines Kindes. Absolvent einer Privatschule zu sein stelle den sichersten Weg zu den begehrten Plätzen der Top-Unis dar. Der Druck, unbezahlte Praktika anzunehmen, reduziert den Bewerberpool für diese Stellen auf die Kinder von Gutverdienern. Wenn soziale Ungleichheit aus dem Ruder läuft, so Toynbee, rückt Chancengerechtigkeit in weite Ferne. Zum Artikel
Britain's Got Talent
20. Juni 2009 Im Guardian setzt Gordon Brown zur Aufholjagd an. In einem ausführlichen und sehr persönlichen Interview räumt er ein, wie schwer ihn sowohl die persönlichen Vorwürfe als auch die enttäuschenden Wahlergebnisse getroffen haben. In der Rückschau gibt er zu, dass es ein Fehler war, die globalen Finanzmärkte nicht eher reguliert zu haben. Zugleich entwickelt Brown eine Strategie für die Zukunft von New Labour, die vorsieht selbst in der Krise auf die von den Tories vorgesehenen Kürzungen der Sozialausgaben zu verzichten. Während er davon ausgeht, dass die Superreichen in einer globalisierten Welt dem Steuerdruck nationaler Regierungen flexibel ausweichen können, besteht die Chance für ein progressives Staatsverständnis in der zielgerichteten Unterstützung für die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Dazu gehört auch, dass New Labour die zunehmende Wertschätzung von Berufen im öffentlichen Dienst im Sinne eines Gemeinwohldiskurses stärker fördert. Zum Artikel
Aufstieg durch Bildung?
15. Juni 2009 Die Titelgeschichte des Spiegel widmet sich den Krisenkindern des Jahres 2009. An prekäre Beschäftigungsverhältnisse und zeitweilige Arbeitslosigkeit hat man sich bereits gewöhnt. Doch selbst Bestausgebildete finden in der Krise kaum Jobs. Fünf Lebensläufe, die deutlich machen, dass die viel gepriesene Bildung in der Wissensgesellschaft Risiken nicht aufhebt, sondern allenfalls reduziert - wenn die Wirtschaft brummt. Zum Artikel
Interventionen der Aufklärung
13. Juni 2009 In der tageszeitung gratuliert Rudolf Walther einem der letzen verbliebenen Großdenker der Bundesrepublik zum Achtzigsten. Die Linke tat sich lange schwer mit den Theorien des Jürgen Habermas, nicht zuletzt da dieser von Beginn an den Verbalradikalismus der Studentenrevolte geißelte. Denn für den lange Jahre in Frankfurt lehrenden Sozialphilosophen wiegen Worte schwer: Von Kants reinen Vernunftbegriff abgehend beschäftigte sich Habermas vor allem mit den Grenzen und Möglichkeiten diskursiver Rationalität. Aus dem Zusammenspiel aus Kritik und Selbstkritik in einer aufgeklärten Öffentlichkeit lasse sich in der Tat die Gesellschaft zum Besseren hin verändern. Was auf Radikale einst wie ein bürgerliches Minimalziel wirkte, erscheint Progressiven heute wieder visionär: das Vertrauen auf die Kraft des besseren Arguments. Zum Artikel
Ins Offene, Freunde!
10. Juni 2009 Ralf Fücks verliert gerade wegen des guten Wahlergebnisses der Grünen nicht den Blick fürs große Ganze. Wenn selbst die wirtschaftsliberale Financial Times Deutschland eine Wahlempfehlung für die Grünen abgibt, kommt man nicht umhin festzustellen, dass die Partei in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Damit nicht genug schafft sie es wie keine zweite ein zeitgemäßes urbanes Lebensgefühl zu vermitteln. Ob Paris oder Prenzlauer Berg, die Grünen sind die eigentlichen Gewinner der Europawahlen. Zum Artikel
Wider den Protektionismus
8. Juni 2009 Die Website Global Trade Alert führt online sämtliche Maßnahmen von Staaten auf, die in offener und verdeckter Weise den freien Handel behindern. Das Centre for Economic Policy Research erinnert Regierungen an ihre Versprechen, protektionistischen Versuchungen im eng gefassten nationalstaatlichen Interesse nicht nachgeben zu wollen. Zur Datenbank
Mehr Geld statt mehr Pausen
8. Juni 2009 In der Tageszeitung entlarvt Christian Füller angesichts des Kitastreiks die Widersprüche deutscher Bildungspolitik. Zum einen sollen Erzieher nicht weniger als Akademiker mit einem Bachelor in Early Childhood Education sein, die das frühkindliche Humanvermögen fit machen für die Wissensgesellschaft. Zum anderen beziehen diese wichtigen Akteure Gehälter, die eher im Einzelhandel üblich sind. Hier treibe die konservative deutsche Mutterideologie ihr Unwesen, die Kindergärten noch immer mit Verwahranstalten assoziiert. Deswegen verfehlen die gewerkschaftlichen Forderungen nach besseren Gesundheitstarifverträgen auch ihr eigentliches Ziel. Zum Artikel
Germany's Next Top-Forscher
7. Juni 2009 Im Spiegel legt Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gesellschaft, seine Sicht einer zeitgemäßen Wissenschaftspolitik dar. Im Sinner eines effizienten Technologietransfers setzt er vor allem auf Energie-, Elektrochemie- und Gesundheitsforschung - Bereiche, deren Nutzen breiten Bevölkerungsschichten am ehesten ersichtlich ist. Darüber hinaus wollen die Helmholtz-Zentren stärker mit den Universitäten kooperieren, um Forschung und Lehre noch enger miteinander zu verzahnen. Schließlich zeigt sich Mlynek offen gegenüber einer nationalen Forschungsplanung, die Prioritäten setzt und in einem neuen Superministerium für Forschung und Innovation koordiniert wird. Zum Artikel

