Interventionen der Aufklärung
13. Juni 2009 In der tageszeitung gratuliert Rudolf Walther einem der letzen verbliebenen Großdenker der Bundesrepublik zum Achtzigsten. Die Linke tat sich lange schwer mit den Theorien des Jürgen Habermas, nicht zuletzt da dieser von Beginn an den Verbalradikalismus der Studentenrevolte geißelte. Denn für den lange Jahre in Frankfurt lehrenden Sozialphilosophen wiegen Worte schwer: Von Kants reinen Vernunftbegriff abgehend beschäftigte sich Habermas vor allem mit den Grenzen und Möglichkeiten diskursiver Rationalität. Aus dem Zusammenspiel aus Kritik und Selbstkritik in einer aufgeklärten Öffentlichkeit lasse sich in der Tat die Gesellschaft zum Besseren hin verändern. Was auf Radikale einst wie ein bürgerliches Minimalziel wirkte, erscheint Progressiven heute wieder visionär: das Vertrauen auf die Kraft des besseren Arguments. Zum Artikel

