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A New Germany?
Mai/Juni 2009 In der New Left Review veröffentlicht Perry Anderson eine kritische und streitbare Analyse der Berliner Republik. Sein Vergleich der Entwicklung in den neuen Bundesländern nach 1990 mit den Anpassungsprozessen in Osteuropa kommt zu einem überraschenden Schluss: Paradoxerweise führte gerade die Übernahme des westdeutschen Wirtschafts- und Sozialmodells, welches die Lebensstandards im Osten der Republik beträchtlich erhöhte, zu einer gefühlten Fremdheit im eigenen Staat. Der demografische Wandel verstärkte diese Befindlichkeiten noch. Wirtschaftlich lösten Prozesse der Kapitalentflechtung diesen Rheinischen Kapitalismus langsam ab. Dennoch, so Anderson, sei die Bundesrepublik eine relativ klassenlose Gesellschaft, in der das produzierende Tariflöhne zahlt um im Gegenzug vom Sozialfrieden zu profitieren. Im Bereich der Ideengeschichte falle die Zeitschrift Merkur als Stichwortgeber der Berliner Republik auf, deren langjähriger Herausgeber Karl-Heinz Bohrer eine "kreative Ästhetik des Staates" im Sinne hatte. In politscher Hinsicht wurde das Fünf-Parteien-System zum Faktum, das - trotz einer Mehrheit links von der Mitte - große Koalitionen auf Bundesebene begünstigt. Zum Artikel

