Policy Brief

Policy Brief zu Populismus – DIALOGUE ON EUROPE

2017 | Félix Blanc, Hanno Burmester, Elena Marcela Coman, Filipe Henriques, Sophie Pornschlegel, Julian Rappold, Judith Rohde-Liebenau, Nuno Vaz Silva

In ihrem Policy Brief legen zivilgesellschaftliche AkteurInnen aus sechs europäischen Ländern ihre politischen Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Populismus in Europa dar.


Dialogue on Europe: Civil society experts and practitioners wrote policy briefs on migration, populism, social cohesion and sustainable growth

Populismus kann nicht bekämpft werden, indem nur der Status quo verteidigt wird. Stattdessen sind systematische Transformationen, alternative Gesellschafts-, Wirtschafts- und Demokratiemodelle sowie neue Narrative nötig.

Dieses Fazit zieht das AutorInnenkollektiv des “Thinking Lab on Populism” in dem Projekt DIALOGUE ON EUROPE, bestehend aus zivilgesellschaftlichen AkteurInnen aus sechs europäischen Ländern. Im vorliegenden Policy Brief analysieren die AutorInnen die Grundursachen des populistischen Aufschwungs in Europa und entwickeln Lösungsansätze und Handlungsvorschläge zum strategischen Umgang mit illiberalem Populismus.

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Hinweis: Der Policy Brief ist in englischer Sprache verfasst.

Kurzüberblick zum Policy Brief

Die insgesamt neun Handlungsempfehlungen des Thinking Labs zu Populismus konzentrieren sich vor allem die Vertrauensbildung zwischen BürgerInnen und politischen Parteien, PolitikerInnen und öffentlichen Institutionen. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere systemische Änderungen, die tatsächlich die Ursachen des Erfolgs populistischer Parteien bekämpfen sollen. Die schlichte Verteidigung des Status quo, der populistische Erfolge in ganz Europa erst möglich machte, könne keine hinreichenden Lösungsansätze hervorbringen.

Politische Handlungsempfehlungen des Thinking Labs Populismus:

  • Vertrauen in demokratische Institutionen und Entscheidungsfindungsprozesse wiederherstellen
  • permanente Veränderung als Normalzustand kommunizieren und staatliches Handeln darauf einstellen
  • die EU zu einem Hauptakteur für soziale Mobilität machen
  • politische Entscheidungen bürgernäher umsetzen und kommunizieren
  • anpassungsfähige, agile und moderne Prozesse in demokratischen Institutionen fördern
  • gesamteuropäisches Verständnis von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie fördern
  • mutige und unterscheidbare Visionen durch politische Akteure entwickeln
  • inklusive Beteiligungs- und Gemeinschaftsformen entwickeln
  • offene, inklusive und faire Debatte über politische Schlüsselfragen vorantreiben

Hintergrund: Das Projekt DIALOGUE ON EUROPE

Die Europäische Union ist seit gut zehn Jahren in einer multidimensionalen Krise, die gezeigt hat, dass gängige politische Prozesse nur schwerlich effektive Lösungen generieren können. Der Gedanke, dass man den Problemen des europäischen Projekts nur mithilfe einer aktiven, gut vernetzten Zivilgesellschaft entgegentreten kann, hat in den letzten Jahren immer weiter an Zustimmung gewonnen.

Das transeuropäische Projekt DIALOGUE ON EUROPE, eine Initiative von Das Progressive Zentrum mit Unterstützung des Auswärtigen Amts, hat diese Idee aufgegriffen und zivilgesellschaftliche AkteurInnen aus Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal und Spanien vernetzt, um einen transnationalen Dialog über Europas größte Herausforderungen anzustoßen.

In vier sogenannten Thinking Labs entwickelten junge DenkerInnen über zweieinhalb Jahre Politikempfehlungen zu vier Themenbereichen: Migration & Integration, Populismus, Sozialer Zusammenhalt und Nachhaltiges Wachstum.

Die Ergebnisse dieses Austauschs sind in vier Policy Briefs nachzulesen und haben zum Ziel, die Debatte über die Zukunftsagenda der Europäischen Union anzuregen und zu bereichern.

 

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